Einzigartiges Industriedenkmal vor dem Aus

Einzigartiges Industriedenkmal vor dem Aus

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Das 112-jährige Kraftwerk Rheinfelden gilt als weltweit älteste Anlage, die Strom produziert. Trotzdem soll das Industriedenkmal abgebrochen werden. Grund für den drohenden Abriss ist das neue Kraftwerk, das zurzeit rund 800 Meter rheinabwärts entsteht.
 
Für die Abrissbewilligung des Werks, das die Schweiz und Deutschland mit einer Brücke verbindet, ist die Regierung Baden-Württembergs zuständig. Wie der „Tages-Anzeiger“ berichtet, hat der Bundesrat nicht vor, sich gegen den dräuenden Abbruch zu wehren. Die Sache sei gelaufen. In einer langwierigen „Gesamtinteressenabwägung“ hätten ökologische Anliegen über denkmalpflegerische gesiegt, wird Bundesrat Moritz Leuenberger zitiert. Somit hat man etwa im Interesse der Fische entschieden: Besondere Fischtreppen sollen am Ort des Kraftwerks dem Fischen den Weg in den Bodensee erleichtern. Der Schweizer Bundesrat bediene sich der Argumentation der Regierungsstellen von Freiburg im Breisgau, heisst es dazu im „Tages-Anzeiger“. Diese berücksichtige nicht, dass ökologische Alternativ-Vorschläge bestünden und dass sich deutsche und schweizerische Rheinfelder durch das Vorgehen der Ämter hintergangen fühlten.
 
Die Eidgenossenschaft als „völkerverbindender Vertragspartner“ habe nie ein Gutachten über die kulturhistorische Bedeutung des Rheinfelder Werks erstellt. Immerhin will Kulturminister Didier Burkhalter offenbar noch einmal über die Bücher, wie dem Artikel weiter zu entnehmen ist. Er habe das Bundesamt für Kultur beauftragt, beim Bundesamt für Energie Informationen zur Konzessionserteilung einzuholen. (mai)