Einsprache gegen Auftragsvergabe

Einsprache gegen Auftragsvergabe

Gefäss: 
Der Bau des Kraftwerks Linthal 2015 im Glarnerland könnte durch eine Beschwerde hinaus geschoben werden. Gegen den Vergabeentscheid der Axpo für die Konstruktion eines Zugangsstollens wurde geklagt.
 
Die im Vergleich zu den 90er-Jahren hohe Wohnbaudynamik in der Stadt Zürich hält in den nächsten Jahren an. Dies geht aus einer Mitteilung der Abteilung Stadtentwicklung hervor. In der Stadt seien derzeit rund 100 grössere Projekte mit insgesamt 14 000 Wohnungen bekannt, die in den kommenden Jahren fertiggestellt würden. Die Dynamik knüpft laut Stadtentwicklung nahtlos an die Wohnbaupolitik der letzten zehn Jahre an. 1998 hatte der Stadtrat das Ziel formuliert, innert zehn Jahren 10 000 Wohnungen zu schaffen. Bis Ende 2008 seien 13 000 neue Wohnungen entstanden. Eingehalten wurde gemäss Mitteilung auch das Versprechen, mehr familiengerechte Wohnungen zu erstellen. Rund die Hälfte der Neuwohnungen verfügen über mindestens vier Zimmer. Obwohl die Stadt kaum eigene Wohnungen baut, nimmt sie über die Landvergaben im Baurecht wesentlich Einfluss auf die Wohnbaudynamik.Der Zugangsstollen des Kraftwerks Linthal ist für das Projekt von zentraler Bedeutung; er schafft die Verbindung zwischen dem Ausgleichsbecken Tierfehd und dem Pumpspeicherwerk Limmern (siehe «baublatt» 24/2009). Im Stollen ist eine Standseilbahn vorgesehen, mit der Maschinen und Pumpen zur Montage in die Zentrale transportiert werden sollen. Verzögert sich der Bau des Stollens, muss auch der Einbau der Maschinen warten.
 
Trotz der anhaltenden Wohnbaudynamik rechnet die Stadt nicht mit einer Entspannung bei der Nachfrage. Diese bleibe ungebrochen. Es gebe bisher keine Anzeichen, dass sich bei der äusserst tiefen Leerstandsquote von 0,03 Prozent von Mitte 2008 etwas geändert habe. n (sda)Laut einem Zeitungsbericht in der «Südostschweiz» ist die Fertigstellung des Zugangsstollens derzeit ungewiss: Das Baukonsortium Strabag/Implenia/Jäger reichte unter Führung der Strabag Schweiz gegen die Bauvergabe Beschwerde ein. Es war gegen ein Konsortium um die Aarauer Rothpletz, Lienhard & Cie AG unterlegen. Jetzt muss das Verwaltungsgericht in Glarus darüber entscheiden, ob die Beschwerde für die Arbeiten am Stollen aufschiebende Wirkung erhält.
 
Zwar sieht die interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen eine aufschiebende Wirkung nicht ohne Weiteres vor. Wie aber Verwaltungsgerichtspräsident Peter Balmer gegenüber der «Südostschweiz» erklärte, ist es offensichtlich, dass sie ein Beschwerdeführer jeweils verlange.
 
Bei der Bauvergabe geht es gemäss Axpo-Mediensprecher Erwin Schärer um einen Auftrag in der Höhe von 125 Millionen Franken. Ob die unterlegenen Firmen eine aufschiebende Wirkung ihrer Beschwerde beim Glarner Verwaltungsgericht tatsächlich verlangen, konnte Schärer gegenüber der SDA noch nicht sagen. Es sei deshalb noch nicht abzuschätzen, ob es zu Verzögerungen komme.
 
Die Kosten des Ausbaus der Kraftwerke Linth-Limmern zu einem Pumpspeicherwerk werden auf rund 1,5 Milliarden Franken veranschlagt. Im Jahr 2015 ist die Inbetriebnahme der Axpo-Anlage mit der Leistung eines Atomkraftwerks geplant.