Einsprache gegen AKW-Stilllegungsprojekt

Einsprache gegen AKW-Stilllegungsprojekt

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Gegen das Stilllegungsprojekt des Kernkraftwerks Mühleberg haben atomkritische Anwohner Einsprache erhoben. Dies nicht etwa, weil sie gegen eine Stilllegung wären, sondern weil es aus ihrer Sicht noch offene Fragen in den Gesuchsunterlagen zu klären gibt.

Angesichts des Zeithorizonts bis zur Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg im Dezember 2019 sollte dies ohne Verzögerung des Projekts möglich sein, schreiben die Einsprecher in einer Mitteilung. AKW-Gegner Markus Kühni und eine weiterer Anwohner befürchten grob gesagt, dass der Energiekonzern BKW aus Kostengründen Sicherheitssysteme zu rasch abschaltet.

Die hunderte Millionen teure Stilllegung betreffe die Region fast 20 Jahre lang, machen die Einsprecher geltend. Insbesondere bei der gefährlichsten Phase nach der Abschaltung des Atomkraftwerks orten sie Unklarheiten und Uneinigkeit der Behörden zum Verfahren. Hier brauche es eine frühzeitige und rasche Klärung. Die Einsprecher bezeichnen ihre Eingabe als "Mitsprache". Diese umfasst 14 Punkte, darunter auch die Forderung, dass bei den Arbeiten jede Abschwächung des geltenden und notwendigen Sicherheitsniveaus zu verhindern sei.

Das Stilllegungsprojekt für das AKW Mühleberg wurde vor rund einem Monat öffentlich aufgelegt. Das Gesuch umfasst neben verschiedenen Anträgen einen Hauptbericht und drei Teilberichte. Im Hauptbericht zeigt die BKW gemäss eigenen Aussagen auf, dass sie alle rechtlichen Anforderungen für die Stilllegung erfüllt. In den drei Teilberichten geht es um das Vorgehen bei allfälligen Störfällen, um Umweltaspekte und um die Sicherung der Stilllegungsarbeiten.

Die Stilllegung beschreibt die BKW als Prozess von der Einstellung des Leistungsbetriebs im Dezember 2019 bis zum Zeitpunkt, in dem die Behörden bestätigten, dass auf dem Areal keine radiologischen Gefahrenquellen mehr vorhanden sind. Voraussichtlicher Zeitpunkt dafür ist das Jahr 2031. (sda)