Einsame Spitze

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Bild: Manuela Talenta

Der Basler Pharmakonzern Roche will in Basel weitere Hochhäuser bauen. Eines davon soll mit 205 Metern den Zürcher Prime Tower als aktuell höchstes Gebäude der Schweiz um 76 Meter überragen.

Das neue Bürogebäude soll auf rund 50 Stockwerken Raum für 1700 Arbeitsplätze bieten und 550 Millionen Franken kosten, wie Roche am Mittwoch mitteilte. Insgesamt will der Konzern in die Erneuerung und den Ausbau seines Hauptsitzes in den nächsten zehn Jahren 3 Milliarden Franken investieren.

Konzernchef Severin Schwan bezeichnete diese Investitionen vor den Medien als klares Bekenntnis zum Standort Basel. Mit den geplanten Neubauten solle dessen Attraktivität im Wettbewerb um die besten Talente der Welt langfristig gesichert werden. Insgesamt beurteilte Schwan die Rahmenbedingungen in Basel und in der Schweiz als gut.

Mit Herzog & de Meuron entwickelt

Ausgearbeitet wurde der Entwicklungsplan für das 120'000 Quadratmeter grosse Firmenareal um die Grenzacherstrasse mit den Architekten Herzog & de Meuron. Das Basler Büro hat für Roche neben weiteren Gebäuden auch den Bau 1 entworfen, der 2015 bezogen werden soll. Mit 178 Metern wird er dann vorübergehend das höchste Gebäude des Landes sein.

Dass der Bau 1 auf der andern Strassenseite mit dem Bau 2 ein ähnlich gestaltetes Geschwister erhält, begrüsst Schwan. Der Solitär, der im Rohbau bald fertig gestellt ist, gewinne dadurch architektonisch und städtebaulich. Laut dem CEO sollen für die Neubauten verschiedene Architekten zum Zuge kommen.

Neben dem neuen Hochhaus will Roche in Basel anstelle bestehender Gebäude auch ein neues Forschungszentrum mit je 950 Büro- und Laborarbeitsplätzen bauen. Geplant sind vier Gebäude mit einer Höhe von 16, 28, 72 und 132 Metern. Der Bezug ist für 2021 und 2022 vorgesehen.

Zum 1,7 Milliarden Franken teuren Forschungszentrum gehört auch ein Neubau für die In-Vivo-Forschungsaktivitäten. Dieser soll bereits 2018 fertiggestellt sein und laut Roche den höchsten Anforderungen an die moderne Versuchstierhaltung entsprechen.

Bild: Manuela Talenta

Historisches Verwaltungsgebäude wird saniert

Weitere 700 Millionen Franken will Roche in die Erneuerung bestehender Gebäude sowie in die Infrastruktur investieren. Für 85 Millionen Franken soll zudem der historische Bau 21 des bekannten Schweizer Architekten Otto R. Salvisberg renoviert werden. Das 1937 erbaute Verwaltungsgebäude, in dem weiterhin die Konzernleitung residieren wird, bewertet Roche als «architektonisch herausragend».

Auf eine gute Gestaltung legt Roche auch bei den Neubauten grossen Wert: «Anknüpfend an die Roche-Tradition werden die neuen Gebäude eine elegante, klare und funktionale Architektur haben», sagte Schwan.

Das Entwicklungskonzept orientiert sich zudem am Masterplan, den Salvisberg schon 1939 für das 1896 gegründete Unternehmen entwickelt hatte. Vorgesehen ist, Fehler der letzten Jahrzehnte zu beheben und das Areal zum Rhein hin zu öffnen und dort zusätzliche Grünflächen zu schaffen.

Konzentration an einem Standort

Durch die Verdichtung auf dem historisch gewachsenen Firmenareal will Roche einen grossen Teil der Arbeitsplätze in Basel an einem einzigen Standort konzentrieren, um Kommunikation, Zusammenarbeit und Effizienz weiter zu stärken. Auch nach dem Bezug von Bau 1 im kommenden Jahr werden noch 3000 von rund 9000 Roche-Arbeitsplätzen in Basel auf 13 Aussenstellen in der ganzen Stadt verteilt sein.

Die Umsetzung des Konzepts erfordert einen Bebauungsplan, der vom Grossen Rat genehmigt werden muss. Einreichen will Roche den Plan Anfang 2015. Schwan geht aufgrund der bisherigen Vorgespräche von Zustimmung aus. Ein Nein des Grossen Rats wäre ein echtes Problem, sagte Schwan.

Bei der Basler Regierung finden die Roche-Pläne jedenfalls Zustimmung. Durch den geplanten Ausbau werde Basel als weltweit führender Life-Sciences-Standort weiter gestärkt, hielt sie in einer Mitteilung vom Mittwoch fest.

Bei der Standortentwicklung setzt Roche auf Nachhaltigkeit. Bei der Energietechnik sollen die aktuellsten Erkenntnisse umgesetzt werden. Die Zahl der Parkplätze von heute 2100 soll nicht erhöht werden. Dagegen ist ein unterirdisches Veloparking mit 1500 Plätzen geplant. Nach Angaben der Regierung soll die Erschliessung des Roche-Areals durch den öffentlichen Verkehr weiter verbessert werden. (sda)