Eine Spur für 70 000 Autos und Lastwagen pro Tag

Eine Spur für 70 000 Autos und Lastwagen pro Tag

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Die Sanierung der Zürcher Hardbrücke hätte bereits vor über zwei Jahren beginnen sollen. Wegen Stimmrechtsrekursen verzögerte sie sich. Nächsten Monat ist esnun soweit: Die Sanierungsarbeiten werden aufgenommen.
 
Nach mehrmonatigen Vorarbeiten kann es nun endlich losgehen. Am 10. August startet die rund zweieinhalb Jahre dauernde Sanierung der Zürcher Hardbrücke. Bis im Oktober sollen die Vorbereitungsarbeiten zur eigentlichen Sanierung fertig sein: Unter anderem wird eine Schutzwand entlang der Mittelleitplanke installiert, es werden Fahrleitungsprovisorien für die Busse eingerichtet sowie Abschrankungen, Arbeits- und Schutzgerüste aufgebaut. Im Oktober beginnen dann die eigentlichen Sanierungsarbeiten auf der Brückenoberseite mit der Instandsetzung der westlichen Fahrbahnhälfte. Im Sommer 2012 sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein.
 
Während der Bauzeit wird der Verkehr auch weiterhin über die Brücke rollen können; allerdings nicht mehrspurig wie bis anhin sondern nur noch einspurig. Dies führe auf der Einfallachse von Norden her (St. Galler Autobahn, Schöneichtunnel, Rosengartenstrasse) zu erhöhten Wartezeiten für den Autoverkehr, sagte der Chef der Verkehrssteuerung, Jürg Christen, anlässlich einer Medienkonferenz. Denn zurzeit überqueren noch pro Tag durchschnittlich insgesamt 70 000 Autos und Lastwagen die 1,4 Kilometer lange Brücke, die sich über die Ausgehmeile beim Escher-Wyss-Platz im Kreis Vier und die Geleise der SBB spannt. Christen geht davon aus, dass sich die Verkehrskapazität der Brücke während der Bauzeit um rund ein Drittel verringern wird.
 
Seit der Eröffnung der Brücke vor 36 Jahren sind durch die intensive Nutzung massive Schäden entstanden. Gemäss Zürcher Tiefbauamt nehmen sie progressiv zu. Tragende Teile seien durch Betonkorrosion gefährdet, wie einer Baustelleninformation des Amtes zu entnehmen ist. Deshalb werden die Brückenlager auf den Pfeilern ersetzt oder instand gesetzt, mit einem Korrosionsschutz versehen und mit Erdbebensicherungen verstärkt. Schadhafte Brüstungen aber auch die Beleuchtung will man modernisieren. Des Weiteren erhält die Brücke einen neuen Fuss- und Radweg sowie eine neue Abdichtung, einen neuen Belag und ein neues Entwässerungssystem.

Höhere Kosten wegen Rekursen

Die 2006 eingereichten Rekurse, die bis vors Bundesgericht gezogen worden waren, verzögerten nicht nur den Baustart sondern verteuerten auch die Sanierungsmassnahmen um 9.9 Millionen auf rund 100 Millionen Franken. Weil der Baustart ursprünglich bereits 2007 vorgesehen war, musste in der Folge die Ausschreibung der Baumeisterarbeiten abgebrochen werden.
 
Zudem mussten laut Mitteilung der Stadt Zürich die Bauabläufe neu geplant und an die mittlerweile bereits in der Ausführung stehenden Bauprojekte «Tram Zürich West» und die flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung angepasst werden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Bauzeit für die Instandsetzung der Bauzeit um neun Monate gekürzt werden müsse, damit die anderen beiden Termine eingehalten werden könnten, heisst es dazu in einer Pressemitteilung. In den Mehrkosten von 9,9 Millionen Franken sind laut Stadt Zürich weder Änderung des Umfangs der vom Stadtrat mit der Projektfestsetzung beschlossenen Instandsetzungsmassnahmen enthalten noch Vorleistungen für Dritte.