„Eine Sache des Herzens“

„Eine Sache des Herzens“

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Teaserbild-Quelle: Micha L. Rieser
Die Diskussion um die Therme Vals geht in eine weitere Runde: In diesen Tagen präsentierte die Interessengemeinschaft um Architekt Peter Zumthor ihr Angebot für eine Übernahme.
 
Micha L. Rieser
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Micha L. Rieser
Diskussion um die Finanzierung der Therme Vals geht in eine weitere Runde.
 
Die Gemeinde Vals kann als Besitzerin der von Peter Zumthor gebauten Therme und des Hotels die nötigen Investitionen in die Infrastruktur nicht aufbringen. Daher sucht sie einen Käufer für das bekannte Thermalbad und verknüpft den Kauf mit der Auflage, dass die nötigen Investitionen getätigt werden.
 
Zwei unterschiedliche Interessenten mit unterschiedlichen Lösungen haben bisher auf sich aufmerksam gemacht: Zum einen ist da Peter Zumthor mit seiner Interessengemeinschaft (IG) Therme Vals und zum anderen der Churer Immobilienunternehmer Remo Stoffel. Während letzterer eine Sanierung des Hotels vorschlug, sieht Zumthor vor, das Hotel durch einen Neubau zu ersetzen. Er begründet das damit, dass die nicht mehr zweckmässigen Zimmergrössen und Geschosshöhen des Baus nicht korrigiert werden können und eine Sanierung kaum günstiger käme. Laut seinem Konzept „Herkunft hat Zukunft“, das er letzten Freitag der Valser Bevölkerung vorgestellt hat, sind an der Finanzierung des Hotel-Neubaus für rund 45 Millionen Franken der Immobilienfonds der Credit Suisse und Patrick McKillen, der Hauptaktionär der Luxury Five Star Maybourne Hotel Group in London, interessiert. Die restlichen 5 Millionen Franken für die Aktien und das Darlehen der Gemeinde will die IG selber aufbringen. Die Mitglieder neben Zumthor sind unter anderen der Churer Hotelier Hansueli Baier, der Architekt Andrea Fanzun und der Valser Unternehmer Marcel Meier.
 
Obwohl der Vorschlag bei der Bevölkerung gut angekommen ist, kann das Vorhaben Zumthors an einer juristischen Hürde scheitern: Denn der Verwaltungsrat der Therme räumte Remo Stoffel vertraglich im Vorfeld Verhandlungsrechte ein, wie die Zeitung Südostschweiz berichtete. Werden diese Übergangen, könnte es Entschädigungen nach sich ziehen, die ins Geld gehen. Zumthor seinerseits freute sich ob der Möglichkeit, immerhin offerieren zu dürfen und betont: „Das Projekt Therme soll weitergehen. Das ist nicht eine Sache des Geschäfts, sondern des Herzens.“ Mitte Februar wird die Gemeinde Vals über die beiden unterschiedlichen Vorschläge befinden. (mh)