Eine Insel für Möwen, Fische und Zypressen

Eine Insel für Möwen, Fische und Zypressen

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: zvg
Wie mit der auf Grund gelaufenen Costa Concordia umgegangen werden könnte, wollte die Universität von Catania wissen und schrieb einen internationalen Architekturwettbewerb aus. Die eingereichten Projekte sind vielfältig: Das Siegerteam will aus dem Schiff eine Art Garten der Erinnerung machen. Die Zweit- und Drittplatzierten stellen sich ein Zuhause für Vögel und Insekten oder vielmehr ein Schwimmbad vor.
 
 
Während sich die Bergung der Costa Concordia, die letzten Januar vor der italienischen Insel Giglio kenterte, wegen schwieriger Wetterverhältnisse auf den Sommer zu verschieben droht, fragte die Universität von Catania in einen internationalen Architekturwettbewerb, was mit dem Wrack geschehen könnte, wenn es für mehr als ein Jahr liegen bliebe. Gesucht waren Ideen, wie an das Unglück erinnert werden kann und wie sich das auf Grund gelaufene Schiff allenfalls noch nutzen liesse. Dieser Tage kürte die Jury nun die Siegerprojekte.

Mit nasssen Füssen zum Wrack

Das Siegerprojekt von Alexander Laing und Francesco Matteo Belfiore aus London ist so simpel wie poetisch: Die beiden Architekten schlagen vor, die Costa Concordia zu bepflanzen. „Algen, Schilf, Zypressen und Fische sollen seine Hohlräume und Risse bevölkern“, erklären Laing und Belfiore. Dazu wollen sie das Wrack entlang der Wasserlinie abschneiden. Und zwar so, dass eine flache, kleine Insel entsteht. „Damit ist die Stadt befreit von einer schmerzvollen Erinnerung und das Schiff kann zu einem natürlichen ‚Randgebiet’ werden, wo verschiedene Ökosysteme und Lebensräume aufeinander treffen.“ Wer die künstliche Insel aus der Nähe sehen will, gelangt über zwei Brücken zu ihr. Sie sind als Wege gedacht, die leicht unter dem Wasserspiegel liegen. Die Füsse kann man dann auf den Planken des Schiffes trocknen.

Nisten und sonnenbaden 

Auf dem zweiten Platz landete die Idee von Vulmaro Zoffi aus Italien. Er schlägt vor, Teile des Schiffs – vor allem die vertikalen Bereiche – zu entfernen, damit sich in den so entstandenen Räumen nicht nur Meerestiere einziehen können, sondern auch Vögel und Insekten leben können. Den dritten Preis erhielt ebenfalls die Vision eines italienischen Teams: Francesco Tonarelli und Andrea Cippitelli wollen anstelle der Conordia ein Bad errichten. Dies soll allerdings in drei Phasen geschehen: Zuerst wird ein Pier zum Schiff hinaus gebaut, um an das Unglück zu erinnern, dann wird das Wrack abtransportiert. Zuletzt werden brauchbare Bestandteile zu einer Plattform zusammengefügt, die zum Sonnenbaden und Schwimmen einladen soll. (mai)