Eine architektonische Lösung, die überrascht

Eine architektonische Lösung, die überrascht

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Ein Generalplanerteam um das Architekturbüro Caruso St John Architects gewinnt den Wettbewerb um einen Neubau für das Departement Biomedizin der Universität Basel. Das Siegerprojekt besteht aus einer modernen Infrastruktur für die universitäre Forschung und Lehre auf dem Life-Sciences-Campus Schällemätteli.

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Das Siegerprojekt „MCDLIX“ der Architekten Caruso St John

Der Wettbewerb um einen Neubau für das Departement Biomedizin der Universität Basel (DBM) auf dem Campus Schällemätteli ist entschieden: Das Preisgericht hat das Projekt „MCDLIX“ der Architekten Caruso St John, mit Büros in London und Zürich, ausgewählt und zur Weiterbearbeitung empfohlen, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement und die Universität Basel mitteilen. Die römischen Ziffern MCDLIX stehen für 1459. Im November 1459 gelang es dem Rat der Stadt Basel, von Papst Pius II. eine Stiftungsurkunde für die neue Universität zu erhalten.

Der Wettbewerbsentscheid stelle für die Universität Basel einen wichtigen Schritt dar, weil das heute auf mehrere Standorte verteilte DBM zusammengeführt werden könne, heisst es in der Medienmitteilung. Das DBM forscht an der Schnittstelle zwischen Biologie und Medizin. Der Neubau auf dem Campus Schällemätteli in der Nähe zu den universitären Spitälern und weiteren Life-Science-Institutionen schaffe dafür ideale Voraussetzungen und fördere den wissenschaftlichen und interdisziplinären Austausch der Forschenden sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Universität Basel.

Prägnanz und Eigenständigkeit

Am Siegerprojekt überzeugte die Jury unter dem Vorsitz des scheidenden Baselbieter Kantonsarchitekten Thomas Jung, wie die Projektverfasser die funktionalen Bedingungen und einschränkenden Vorgaben virtuos nutzten, um ein Projekt zu entwerfen, das in seiner Prägnanz und Eigenständigkeit überrascht. Die Jury würdigte dabei die städtebauliche Setzung, die architektonische Gestik und die Weise, wie das Projekt den funktionalen und betrieblichen Erfordernissen Rechnung trägt.

Das geplante Gebäude soll anstelle des heutigen Biozentrums an der Klingelbergstrasse 70 erstellt werden. Nach der Fertigstellung des neuen Biozentrums, das sich zurzeit im Bau befindet, wird das alte Biozentrum 2019 abgebrochen. Der Baubeginn für den DBM-Neubau kann anschliessend erfolgen. Die Realisierung wird rund drei Jahre in Anspruch nehmen, sodass das Gebäude voraussichtlich 2023 fertiggestellt und 2024 bezugsbereit sein wird.

Der neungeschossige, direkt an das Pharmazentrum andockende Neubau bietet Platz für rund 700 Mitarbeitende und 200 Studierende und umfasst eine Geschossfläche von über 35 000 Quadratmetern. Die Investitionssumme für den Neubau beträgt 241 Millionen Franken.

Hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge

Durchgeführt wurde der anonyme Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für Generalplanerteams durch das Hochbauamt Basel-Stadt im Auftrag der Universität Basel. 63 internationale Generalplanerteams, bestehend aus Fachleuten der Bereiche Architektur, Gesamtleitung und Projektmanagement, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik und Laborplanung, bewarben sich für die Teilnahme am Verfahren. 15 Teams wurden durch die Jury ausgewählt und eingeladen. Ende April 2015 wurden 15 Projektvorschläge eingereicht. Die Jury hielt fest, dass es sich angesichts der komplexen Rahmenbedingungen um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe handelte, und lobte die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten.

Die Wettbewerbsergebnisse werden vom 3. bis zum 17. November öffentlich ausgestellt in der Voltahalle an der Voltastrasse 27 in Basel. Zugang jeweils werktags von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 20 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr. (mgt)