Ein Zentrum für Katastrophen und Co.

Ein Zentrum für Katastrophen und Co.

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Die weltweite Vernetzung von Umwelt, Technologien, Märkten und Gesellschaften erzeugt immer komplexere Risiken. In ihrem neu eröffneten Risk Center will die ETH mit der Wirtschaft neue integrative Forschungsansätze für globalen Zukunftsrisiken entwickeln und sich als weltweit führendes Institut für Risikoforschung positionieren.
 
Ereignisse wie die Explosion der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko, die drei Monate lang aus dem Bohrloch ausströmenden gigantischen Mengen an Erdöl und die damit verbundene Umweltkatastrophe sind beispielhaft für eine neue Art von Extremrisiken: Sie sind dermassen komplex, dass Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in der ganzen Welt an die Grenzen ihres Wissens stossen, wenn es darum geht, die richtigen Sicherheits-Überlegungen und Vorkehrungen zu treffen.
 
Das neue Risk Center, das dieser Tage von der ETH eröffnet wurde, lanciert nun eine fächerübergreifende und ganzheitliche Forschungsstrategie, bei der die beteiligten Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaftler ihre fachspezifischen Forschungsansätze zu einer ganzheitlichen Risikobetrachtung und Modellierung zusammenführen. „Wir fokussieren unsere Kompetenzen in der Risikoforschung und positionieren Zürich als einen weltweit führenden Nukleus für die Risikoforschung und Integratives Risikomanagement“, führt Ralph Eichler, Präsident der ETH Zürich aus.
 
Die neue Institution vereint zehn Gründungsprofessuren aus fünf ETH-Departementen unter einem Dach. „Mit dieser wissenschaftlichen Breite und dem Einbezug von Partnern aus der Praxis ist das ETH Risk Center einzigartig in der weltweiten Forschungslandschaft“ sagt der Sicherheitsanalytiker Wolfgang Kröger, der Geschäftsleiter des Risk Centers. Schnittstelle für die Zusammenarbeit von Forschung, Politik und Wirtschaft. „Die globale Risikolandschaft hat sich grundlegend verändert“ sagt Wolfgang Kröger, 2die neuartigen Risiken begrenzen sich nicht mehr auf einzelne Objekte oder bestimmte Regionen, sondern sie breiten sich unter Umständen über die ganze Welt aus, weil Wirtschaft, Gesellschaft, Geopolitik, Technologie und Naturgefahren so stark miteinander vernetzt sind, dass sie auch wechselseitig voneinander abhängen.“ Wenn der fünftgrösste Finanzplatz der Welt und die beste Hochschule auf dem europäischen Festland ihr Wissen zusammenbringen, dann haben wir auch bei komplexen Risiken die Chance, frühzeitig Gegenmassnahmen zu Entwickeln", sagt ETH-Präsident Ralph Eichler.
 
Um komplexe Risiken besser zu verstehen und um neue Werkzeuge für ein anpassungsfähiges Risikomanagement zu entwickeln, müssen Forschung und Praxis ihr Wissen frühzeitig austauschen. Als Partner konnte die ETH für ihr Risk-Center hat verschiedene Versicherungen im Raum Zürich gewinnen können. So unterstützen der Rückversicherer Swiss Re und Zurich Financial Service die Professuren für Integratives Risikomanagement, sowie Risiko- und Versicherungsökonomie mit fünf, bzw. sechs Millionen Franken. Weiter haben die Versicherungsgesellschaft Axa Winterthur sowie Swisselectric, die Unterstützung einer Professur im Bereich Reliability and Risk Engineering zugesagt. (mai/mgt)