Ein Zentrum für die Industrie 4.0 in Arlesheim

Ein Zentrum für die Industrie 4.0 in Arlesheim

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Auf einem vom Kanton Baselland an private Investoren verkauften Grundstück im Schorenareal in Arlesheim BL soll ein Kompetenzzentrum für Industrie 4.0 entstehen. Die uptownBasel AG plant als erste Bauetappe ein Gebäude für Roboter-Technologien mit rund 300 Arbeitsplätzen.

Das geplante Gewerbe-, Büro- und Produktionsgebäude auf dem ehemaligen ABB- Gelände soll auf rund 6000 Quadratmetern gebaut werden. Dies erklärten die Verantwortlichen der "uptownBasel AG" heute vor den Medien. Im 24 Meter hohen Gebäude ist eine eine Nutzfläche von 18'000 Quadratmetern auf verschiedenen Ebenen vorgesehen. Die neugegründete "uptownBasel AG" plant die Eingabe eines Baugesuchs für das  kommende  Frühjahr. Die voraussichtlich rund zwei Jahre andauernden Bauarbeiten sollen um den Jahreswechsel starten. Die Investitionskosten stehen noch nicht fest. Verhandlungen mit einem potentiellen Nutzer des "Industrie 4.0"-Gebäudes laufen aber uptownBasel AG zufolge aber. - Mit dem in Deutschland entstandenen Modewort "Industrie 4.0" wird die zunehmende Vernetzung von Arbeits- und Produktionsprozessen mit dem Internet bezeichnet. Virtuelle und physische Welten wachsen zusammen. Industrie 4.0 ist somit als Fortsetzung zu verstehen nach der Mechanisierung im 18. Jahrhundert, der Elektrifizierung im 20. Jahrhundert und der Automatisierung in den 1970-er Jahren.

Roboter bauen Roboter

Im ersten neuen Gebäude auf dem Grundstück im Schorenareal sollen gemäss den Verantwortlichen Roboter kleinere Roboter bauen, wie sie etwa in der Medizinaltechnik eingesetzt werden. Vorgesehen ist im Erdgeschoss eine hohe Produktionshalle, ein Zwischengeschoss mit der Gebäudetechnik und darüber zwei Stockwerke mit Büroflächen. Mit dem im Frühjahr von der Gemeindeversammlung Arlesheim verabschiedeten neuen Zonenplan sollen in Teilen des Schorenareals neu Gebäude von bis zu 24 Metern Höhe entstehen dürfen. Derzeit liegt die Limite bei 18 Metern. Der kommunale Zonenplan muss noch von der Kantonsregierung bewilligt werden. Zurzeit seien Einsprachen hängig, die jedoch gemäss Gemeindepräsident Markus Eigenmann nicht das Schorenareal betreffen.

Investitionen von 44 bis 500 Millionen Franken

Die Stamm Bau AG und "uptownBasel AG" hatten das 60'000 Quadratmeter grosse Grundstück per 1. September dem Kanton abgekauft, der es 1994 von der ABB erworben hatte. Die Stamm Bau AG hatte den nördlichen Teil schon bereits 2011 im Baurecht genutzt. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Stamm-Bau-AG- Verwaltungsratspräsident Thomas Staehelin und dessen Ehefrau sind Besitzer der "uptownBasel AG" .Die Käufer des Grundstücks haben sich gegenüber dem Kanton verpflichtet, innert zweierJahre nach der Eigentumsübertragung ein bewilligungsfähiges Baubegehren für eine erste Etappe einzureichen. Sobald die Baubewilligung rechtskräftig vorliegt, müsse innerhalb eines Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Insgesamt plant die uptownBasel AG für das Areal fünf Bauetappen. Entstehen sollen 60'000 Quadratmetern Nettonutzungsflächen, was Platz für rund 750 Arbeitsplätze bieten soll. Längerfristig sollen auf dem Areal insgesamt 400 bis 500 Millionen Franken investiert werden. Die Verantwortlichen planen mit einem Zeithorizont von rund zehn Jahren. (sda/mai)