Ein Zahnarzt, ein Rechtsanwalt und ein Bauunternehmer

Ein Zahnarzt, ein Rechtsanwalt und ein Bauunternehmer

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Für den Finanzchef ist der Februar der spannendste Monat. Er zählt zusammen, rechnet auf, zieht ab, teilt auf, legt um, grenzt ab, löst auf und stellt zurück. Alles mit dem Ziel, sich möglichst dicht dem gewünschten oder zumindest erhofften Jahresergebnis anzunähern.

Den einen gelingt dies besser und schneller als den anderen. Ein besonders grosser Kraftakt ist es wohl für die CFO’s der Bauunternehmungen. Und das Resultat wird bei den meisten Firmeninhabern und Aktionären keine Freude auslösen. Der Schweizerische Baumeisterverband hat seine Mitglieder befragt und dabei herausgefunden, dass die Ertragslage im Bauhauptgewerbe ungenügend ist. Im Jahr 2009 betrug die durchschnittliche EBIT-Marge gerade einmal 1,3 Prozent. Der intensive Wettbewerb zwingt die Unternehmer, zu tiefen Preisen zu offerieren. Damit können sie kurzfristig die Kapazitäten auslasten. Eine treffende Analyse der Marktsituation im Bauhauptgewerbe liefert ein Witz. Er geht so:
Ein Zahnarzt, ein Rechtsanwalt und ein Bauunternehmer gewinnen im Lotto je eine Million. Was machen sie damit? Der Zahnarzt leistet sich ein schönes Segelschiff. Der Rechtsanwalt kauft sich eine tolle Ferienwohnung in den Bergen. Und der Bauunternehmer? Er arbeitet so lange weiter, bis vom Geld nichts mehr übrig bleibt…

Was für die einen ein Witz ist, ist für die anderen harte Realität.

Liebe Bauunternehmer, ich wünsche Euch für das Baujahr 2011 möglichst viele Segelschiffe und Ferienwohnungen.
 
Benedikt Koch, Geschäftsführer des Fachverbands Infra