Ein Veloweg, der Strom generiert

Ein Veloweg, der Strom generiert

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: zvg

Die „SolaRoad“ im nordholländischen Krommenie ist ein Radweg der etwas anderen Art: Direkt unter dem befahrbaren Boden sind Solarpanels eingebettet. In den letzten sechs Monaten hat der erste Solar-Radweg der Welt bereits 3000 Kilowattstunden Strom geliefert.

Ende Oktober letztes Jahr ist die „SolaRoad“ in Betrieb gegangen. Konzipiert ist sie als Teststrecke. Und obwohl die Testphase in den Wintermonaten begonnen hat, wurde bereits Anfang Monat bei der Ausbeute die 3000-Kilowattstunden-Marke geknackt. Damit sind die Erwartungen übertroffen worden. „Das reicht, um einen Single-Haushalt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen“, so „SolaRoad“ -Sprecher Sten de Wit. „Wenn wir das auf eine Jahresausbeute hochrechnen, erwarten wir mehr als 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter, die wir im Laborstadium als Obergrenze geschätzt haben.“ Das SolaRoad-Konzept hat also das Potenzial, einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung zu leisten.

„Schichtweise“ zum Solarstrom

Doch wie funktioniert die „SolaRoad“ eigentlich? Die Teststrecke in Holland besteht aus Betonmodulen. In eine Fahrbahn sind unter einer rund einen Zentimeter dicken Schicht aus Sicherheitsglas Solarpanels eingebettet. Über dem Glas wiederum wurde eine Beschichtung aufgetragen, die das Schleudern verhindert. Eine zweite Fahrbahn dient als Vergleich und für Tests verschiedener Oberflächenbeschichtungen.

Inzwischen sind schon mehr als 150‘000 Radfahrer über die Strecke gefahren, heisst es in einer aktuellen Mitteilung. Dass es sich um einen speziellen Boden handelt, falle den Fahrern kaum auf. Die Akzeptanz der „SolaRoad“ sei also kein Problem.

Und doch ist nicht alles Gold, was glänzt. Ende Dezember letzten Jahres löste sich ein Teil der Beschichtung bereits ab. Untersuchungen zufolge ist das darauf zurückzuführen, wie sich das Material bei starken Temperaturveränderungen verhält. Die Entwicklung einer verbesserten Beschichtung ist aber schon weit fortgeschritten. Da das Pilotprojekt auf drei Jahre ausgelegt ist, dürfte in dieser Zeit wohl eine praktikable Lösung gefunden werden.

Auch andere wollen Solar-Wege entwickeln

Die SolaRoad in Krommenie ist inzwischen nicht mehr das einzige Projekt, das Solarenergie durch Fahrbahnen gewinnen möchte. So hat das eigentlich auf Bewegungsenergie-Nutzung spezialisierte Unternehmen Energy Floors angekündigt, mit Partnern an Radwegen zu arbeiten, die auch Solarenergie gewinnen. Das US-Start-up „Solar Roadways“ will derweil Strassen mit Solarpanelen pflastern und hat dafür letztes Jahr über zwei Millionen US-Dollar gesammelt  – per Crowdfounding. Und in Deutschland verfolgt Solmove das Ziel, Verkehrswege zu Solarkraftwerken zu machen. (pd/mt)