Ein Stück Zementgeschichte im Geopark

Ein Stück Zementgeschichte im Geopark

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Der Parco delle Gole della Breggia im Mendrisiotto bei Chiasso ist der erste Geopark der Schweiz. Mittendrin steht eine vor rund sieben Jahren still gelegte Zementfabrik der Holcim. Nachdem sie nun abgerissen werden soll und die Holcim einen Kostenbeitrag von über acht Millionen Franken zugesagt hat, kann der Park weiter ausgebaut werden. Dies berichtete die aktuelle Ausgabe der “Neuen Zürcher Zeitung” (NZZ).
 
 
Über eineinhalb Kilometer erstreckt sich die wilde Breggia-Schlucht, die zum 65 Hektaren grossen Geopark gehört. Der Fluss Breggia hat dort im im Laufe der Zeit einzigartige und einmalige Felsformationen freigelegt: Sie dokumentieren fast einen Zeitraum von hundert Millionen Jahren in der Jura- und Kreidezeit. Der 1998 eröffnete Naturpark ist stetig ausgebaut worden. Er umfasst zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die von 12 Kilometer Wanderwegen gut erschlossen sind. Dazu zählen die "Chiesa Rossa" mit bedeutenden gotischen Malereien oder etwa die Ghitello-Mühle aus dem 16. Jahrhundert, in der sich die Parkverwaltung befindet. Des Weiteren gehören auch verschiedene historisch interessante sorgfältig restaurierte Handwerksbetriebe zum Park.
 
Wie die NZZ berichtet, sollen vom alten Holcim-Werk nur wenige Teile wie der markante Ofenturm stehen bleiben. Diese Überreste sollen dann in einen zwei Kilometer langen didaktischen Rundgang integriert werden. Mit dem Weg will man über die Herstellung des Zementes informieren; Zudem sollen einige der Stollen, die einst für die Zementgewinnung in den Berg unterhalb der "Chiesa Rossa" gehauen worden waren, begehbar gemacht werden. Gemäss der NZZ hat Holcim an die Ausbaukosten von 9,6 Millionen Franken einen Beitrag von 84 Prozent zugesichert. (mai)
 
 
 
Anreise: Leicht zugänglich ist der Park über die Autobahnausfahrt Chiasso. Der Zugang zur Schlucht liegt hinter dem Manor-Enkaufszentrum Centro Breggia, in unmittelbarer Nachbarschaft auch des Einkaufszentrums Serfontana.