Ein rotes, grosses Herz für Japan

Ein rotes, grosses Herz für Japan

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Teaserbild-Quelle: zvg
Auch die Region Higashi Nihon im Osten Japans litt unter den verheerenden Folgen des Erdbebens. Vieles wurde in der Zwischenzeit wieder aufgebaut, vieles ist noch im Bau. Nun sollen die Menschen auch kulturellen Beistand erhalten: Das Lucerne Festival und die Konzertagentur Kajimoto realisieren mit Stararchitekt Arata Isozaki eine mobile Konzerthalle.
 
Weniger an eine Arche sondern vielmehr an eine Riesenniere oder -herz gemahnt der aufblasbare Pavillon „Ark Nova“. In dem 72 Meter langen, 40 Meter breiten und 23 Meter hohen Gebilde sollen neben einer Bühne je nach Bestuhlung 500 bis 700 Zuschauer Platz finden. Vorlage zum Pavillon lieferte die begehbare Skulptur „Leviathan“ des britisch-indischen Künstlers Anish Kapoor, der mit diesem Werk an der diesjährigen Monumenta in Paris praktisch das halbe Grand Palais ausfüllte. Seine Version der Gigaskulptur konzipierte Architekt Isozaki als aufblasbare Hülle. Denn das Konzertgebäude soll sich möglichst schnell auf- und wieder abbauen sowie einfach transportieren lassen. Als grosse Herausforderung bezeichnet Isozaki die Akustik. Um letztere kümmert sich Akustikdesigner Yasuhisa Toyota, der unter anderem schon für die dänische Radio Konzerthalle und die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles verantwortlich gezeichnet hat.
 
Kosten wird das Projekt voraussichtlich umgerechnet etwas über fünf Millionen Franken, die mit Spenden aufgebracht werden sollen. Die Bevölkerung von Higashi Nihon soll die Konzerte nach Möglichkeit gratis besuchen können. Läuft alles nach Plan legt die Ark Nova im Frühling 2012 ab. – Was das Programm betrifft, sind klassische Musik, Jazz und Tanz vorgesehen. Geplant sind zudem multimediale und interdisziplinäre Projekte. Dass sich das Lucerne Festival für Japan engagiert, begründet Direktor Michael Häfliger mit den engen Beziehungen, die man mit Japan pflegt. Ihm sei es wichtig, einen Beitrag im Rahmen dessen zu leisten, was das Lucerne Festival zu bieten habe. „Selbstverständlich können wir nicht all den Schmerz und all das Leid ungeschehen machen. Wir wollen den Menschen aber mit Musik und Kunst wieder Hoffnung und Zuversicht geben.“ (mai)