Ein Quader für Holunder, Salbei und Co.

Ein Quader für Holunder, Salbei und Co.

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Teaserbild-Quelle: Visualisierung Ricola-Kräuterzentrum (zvg)
Dieser Tage begannen in Laufen die Bauarbeiten am neuen Ricola-Kräuterzentrum. Ist es 2014 fertig, wird es laut dem Kräuterbonbon- und Teeproduzenten der grösste Lehmbau Europas sein. Entworfen wurde es von Herzog & de Meuron, die damit zum fünften Mal für Ricola tätig sind.

 

 

Sie sind würfelförmig und haben eine tiefbraune Farbe. Ein bisschen erinnern die Ricola-Hustenbonbons an das Kräuterzentrum, das Herzog & de Meuron für den Kräuterzältli- und –teehersteller entworfen haben. Während Ricola bei den Zutaten mit Kräutern wie Holunder, Salbei oder Thymian auf Natur setzt, ist die Natur auch beim künftigen Gebäude, in dem die heilsamen Pflanzen getrocknet und gelagert werden, ein Thema. Seine braunen Mauern werden aus Stampflehm hergestellt, das Rohmaterial stammt aus der Umgebung, aus Laufenthal. „Damit ist das Gebäude sozusagen ein Stück geometrisierte Landschaft“, erklären Herzog & de Meuron. Die Struktur der Mauern – eine in eine Schalung gestampfte Mischung aus Lehm, Mergel und Aushubmaterial, die schichtweise in Blöcken versetzt wird – ist nicht nur aussen sondern auch innen sichtbar. „Viele denken, dass Lehm heute nur noch in Entwicklungsländern für einfachste Hütten verwendet wird“, kommentiert Martin Rauch von Lehm Ton Erde Baukunst GmbH, die Gebäude erstellt, das Projekt. Das Unternehmen fertigt in einer eigens im Nachbarort Zwingen eingerichteten Produktionshalle die einzelnen Fassadenelemente in einem neu entwickelten Verfahren.

„Das Ricola-Kräuterzentrum zeigt eindrücklich, welche Zukunftsperspektiven und positiven Eigenschaften der Lehmabu auch in Europa haben kann.“ Zumal die Lehmfassade sich ausgleichend auf Temperatur und Feuchtigkeit auswirkt. Damit muss das Gebäude weniger klimatisiert werden, was wiederum die Energiebilanz positiv beeinflusst. Muss geheizt werden, wird dazu die Abwärme der nahegelegenen Bonbonfabrik genutzt. Den Grossteil des benötigten Stroms liefern Solarpanels auf Dach des Zentrums.

Herzog & de Meuron bauen übrigens nicht zum ersten Mal für Ricola. Der langegezogene Quader ist bereits das fünfte Projekt, das sie für den Kräuterverarbeiter entworfen haben. Aus ihrer Feder stammt auch das Lager- und das Marketinggebäude sowie das Produktions- und das Lagergebäude im französischen Mulhouse. (mai)

Internettipp: Auf www.ricola.ch können die Bauarbeiten per Webcam mit verfolgt werden.