Ein O für die Architektur

Ein O für die Architektur

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Es flimmert und dröhnt in der Jahrhunderthalle im polnischen Wroclaw: Die eindrückliche Lichtinstallation der Künstler Romain Tardy und Thomas Vaquié lässt die Kuppel der Halle in einem völlig neuen Licht erscheinen.
 

O (Omicron) from Romain Tardy on Vimeo.

 
Dem 15. Buchstaben im griechischen Alphabet - dem Ormicron oder dem O - haben die Künstler Romain Tardy und Thomas Vaquié eine faszinierende Installation gewidmet: Dazu nutzten sie das Innere von Wroclaws Jahrhunderthalle als Leinwand. Sie projizierten Linien und Kreise auf  die Stahlbetonkuppel. Mal flimmern diese, mal sausen, schweben und drehen sie über die Verstrebungen. Dabei erscheint die Kuppel manchmal zweidimensional und wirkt dabei wie ein düsteres Mandala.
 
Die Installation ist Teil des Architekturmuseums, das in der Jahrhunderthalle untergebracht ist. Laut den Künstlern soll sie das im Jahr 1913 erbaute Gebäude mit der heutigen Zeit verbinden. Die Halle selbst ist ebenfalls ein Architekturjuwel: Mit einem Durchmesser von 65 Metern als galt die Kuppel der Jahrhunderthalle bei ihrer Eröffnung als weltweit grösste Kuppel seit dem Bau des Parthenons in Rom. Seit 2006 zählt das Gebäude Unesco-Weltkulturerbe.
 
Entworfen hat die Veranstaltungshalle der Architekt und Stadtbaurat Max Berg. Sie ist das Herz des Breslauer Messegeländes, das zwischen 1911 und 1913 entstand. (mai)