Ein neues Herz für die Paradiesstadt

Ein neues Herz für die Paradiesstadt

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Teaserbild-Quelle: Holcim Foundation
Paraisópolis bedeutet Paradies­stadt. So heisst eine der grössten Favelas der Welt. Sie grenzt an das Nobelviertel Morumbi im Zentrum São Paulo. Zwei ETH-Professoren haben für das Viertel ein Zentrum entworfen. Das Projekt bescherte ihnen den regionalen Holcim Award für Südmerika in Gold.
 
 
In Paraisópolis  leben 100 000 Menschen. Wie in anderen Quartieren dieser Art ist auch hier die Kriminalitätsrate hoch. Zudem leidet die «Paradiesstadt» regelmässig unter Erosionen. Und dies hat verheerende Folgen, denn die Hütten ihrer Bewohner stehen an steilen Hängen. Davon zeugt das Zentrum der Armensiedlung, wo derzeit ein riesiges Loch klafft: Nach einem Erdrutsch hatten die Stadtbehörden die Überreste der Häuser abgerissen, um Platz für ein neues ­Gemeindezentrum zu schaffen. Das Mehrzweckgebäude wurde von zwei ­Professoren für Architektur und Städtebau der ETH Zürich entworfen: Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner, die den «Urban Think Tank» in São Paulo leiten.
 
Ihr Projekt beeindruckte die Jury des regionalen Holcim Award for Sustainable Construction für Südamerika, die es mit der Auszeichnung in Gold ehrte. Der ganzheitliche Ansatz des Projekts beeindruckte die Juroren. Ebenso der ­Umstand, dass sich die Anwohner an der Planung beteiligen konnten. Besonders viel Wert legten die Architekten auf die Ökologie: Das Nachhaltigkeitsprinzip ziehe sich «von der Makro- bis zur Mikroebene» durch, lobte das Preisgericht.
 
Die Holcim Awards werden im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs vergeben. Dabei geht es um besonders zukunftsorientierte Projekt auf regionaler und globaler Ebene. Die Auszeichnung soll Architekten, Planer und Bauherren ermutigen, über herkömmliche Vorstellungen des nachhaltigen Bauens hinauszugehen und ökologische, soziale und ökonomische Anliegen miteinander in Einklang zu bringen. (mai)