Ein Mandala statt rostige Statuen im Kreisel

Ein Mandala statt rostige Statuen im Kreisel

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Teaserbild-Quelle: Deutsche Steinzeug

Es geht auch anders: Statt einer rostigen Skulptur oder einem undefinierbaren Etwas können Kreisel auch hübsch geschmückt werden. Der Schweizer Künstler Peter Regli hat im Rondell vor der Novartis in Basel ein imposantes Mandala kreiert.

Wer auf den Strassen unterwegs ist, kommt nicht an der „Kunst“ in Verkehrskreiseln vorbei. Oft fragt man sich jedoch, was zum Geier da eigentlich zum Ausdruck kommen soll und weshalb man um Himmels Willen Material verwendet, das schon nach kurzer Zeit seelenruhig vor sich hinrostet. Ein ganz anderes Bild bietet sich dem Betrachter im Verkehrskreisel vor dem Werk St. Johann der Novartis Pharma AG in Basel. Man könnte gar die Ausfahrt zu verpassen, weil man den Blick nicht von der Kreiselmitte wenden kann. Dort nämlich prangt ein imposantes Mandala aus Keramikfliesen am Boden. Es ist das Werk des renommierten Künstlers Peter Regli.

Wenn Kühe Scrabble spielen

Er hat schon viele solcher Eingriffe vorgenommen. „Reality hacking“ nennt er das Ganze. Unangekündigt erscheint er jeweils, zieht sein Ding durch und verschwindet wieder. Zum Beispiel hat er mal die Uhr im Gebäude der kantonalen Finanzdirektion in Zürich rot beleuchtet und im Rhythmus des Ruhepulses pulsieren lassen. Aber nicht nur in der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt muss man mit dem gebürtigen Andermatter rechnen. So hat er auf einer Farm in New Mexico Buchstaben auf die Seiten der Körper von Kühen gemalt, sodass die Tiere beim Herumlaufen gleichsam Scrabble spielten.

Ein Tipi als Schutz

Natürlich führt er seine manchmal verrückten, aber immer überraschenden Aktionen nicht ohne Erlaubnis und Vorbereitung durch. Das war auch beim Mandala-Kreisel in Baden nicht anders. Da der Kreiselbetrieb während der gesamten Bauzeit normal weiterlief, baute man in der Mitte eine Art Tipi-Zelt auf, unter dem das Mandala – sein Durchmesser beträgt notabene 12,5 Meter – Gestalt annahm. Das Dach hatte nebenbei noch den Vorteil, dass die Arbeiter die ganze Zeit über trocken blieben. Denn zur Zeit des Baus – im Juni 2013 – gab es ein paar durchaus stürmische Tage zu überstehen. (mt)