Ein «Dorfplatz» für Natursteinliebhaber

Ein «Dorfplatz» für Natursteinliebhaber

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Teaserbild-Quelle: Robert Stadler
Ökologisches und nachhaltiges Bauen zog sich wie ein roter Faden durch die Swissbau. Einen Beitrag dazu leistete auch die Natursteinbranche, die sich schwerpunktmässig im Ausstellungsbereich «Innenausbau» präsentierte und vor allem mit Schweizer Steinen auf sich aufmerksam machte.


Lange Zeit galt alles, was aus der Ferne kam, als besonders schick. Das war bei Naturstein nicht anders als bei vielen anderen Dingen des täglichen Lebens auch. Bis vor wenigen Jahren waren exotische Materialien aus aller Welt das Mass aller Dinge, und für manche konnten die Steine in Farbe und Textur nicht bunt genug sein. Unter dem Eindruck einer teilweise überbordenden Globalisierung und einer neuen Hinwendung zum Vertrauten und Heimischen suchen heute aber viele Gestalter, Architekten und Bauherren gleichermassen wieder vermehrt nach Materialien aus dem eigenen Land oder dem benachbarten Ausland. Dieser Trend hat sich schon seit mehren Jahren abgezeichnet; noch nie zeigte er sich aber so deutlich wie nun an der Swissbau.

Den Fokus des Messeangebots bildete die Präsentation der Schweizer Arbeitsgemeinschaft «Pro Naturstein» in Halle 2. Rund um den zentral angeordneten Gemeinschaftsstand gruppieren sich unter deren Dach mehrere Mitgliederfirmen mit eigenen kleineren Ständen. Weitere Unternehmen beteiligten sich mit Satellitenständen, unter diesen auch Anbieter von Produkten für die Pflege, den Schutz und die Restaurierung von Naturstein. Eine kleine Umfrage des «baublatts» ergab ein eindeutiges Ergebnis: Schweizer Natursteine sind zumindest im eigenen Land wieder sehr populär. Repräsentativ dazu eine Aussage von Hansjakob Bärlocher vom gleichnamigen Sandsteinanbieter aus Staad am Bodensee: «So wie bei anderen Gütern sind die Kunden jetzt auch bei Naturstein viel besser informiert und daher kritischer geworden. Sie erkundigen sich heute vermehrt nach der Herkunft der Materialien und nach den Umständen, wie sie produziert und transportiert werden.» Giovanni Polti, Geschäftsführer der Alfredo Polti SA in Grono GR, berichtete von namhaften Aufträgen für die Lieferung von Calanca-Gneis für Beläge im Aussenbereich. «Von der Wirtschaftskrise haben wir im letzten Jahr kaum etwas gespürt; wir hoffen, dass dies auch im neuen Jahr so bleibt.»

Der Pro Naturstein-Stand überzeugte durch ein offenes und einladendes Konzept, das zum Innehalten, zum Betrachten und zum Berühren der Steine verleitete. Die Standidee stammte von Bettina Müller, Breitenstein AG Zug, die nach ihrer eigenen Aussage eine Art Dorfplatz für Natursteinanbieter schaffen wollte. Das ist zweifellos gelungen. (sta)