Ein Bogen für Israels Literaturschätze

Ein Bogen für Israels Literaturschätze

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Teaserbild-Quelle: zvg

Ein eleganter Bogen ist das Markenzeichen von Israels künftiger Nationalbibliothek, die mitten im Regierungsviertel in Jerusalem geplant ist. Sie soll dereinst Schätze wie die Nachlässe Stefan Zweigs und Walter Benjamins beherbergen. Die Vorgeschichte des Projekts aus der Feder von Herzog & de Meuron ist bewegt: Ursprünglich hätte den Neubau der ­Israeli Rafi Segal entwerfen sollen.

Der Vorschlag des israelischen Architekten war 2012 zum Siegerprojekt des Architekturwett­bewerbs gekürt worden. Allerdings gab es im Nachhinein Probleme mit dem Entscheid der Jury. Dies, weil Segal, wie das ­Wochenmagazin «Tachles» ­berichtete, an einem Buch über die Funktion von Architektur- und Landschaftsplanung in der ­israelischen Besatzungspolitik mitgewirkt hatte und ihm in der Folge von der Bau- und Planungskomission vorgeworfen worden war, dass man keine staatlichen Aufträge empfangen und gleichzeitig «in der ganzen Welt Israel ins Gesicht spucken» könne. Des Weiteren gab es Plagiatsvorwürfe seitens seiner ­Berufskollegin Bing Wang, die wie Segal an der Harvard-Universität in Cambridge MA lehrt.

Schliesslich wurde ein zweiter Architekturwettbewerb lanciert. Herzog & de Meuron konnten ihn ohne Eingabe von Entwürfen und lediglich mit ­ihrem Konzept und ihren Referenzen für sich entscheiden. Sie bringen 5,5 Millionen Bücher hinter einer steinverkleideten Fassade auf sechs Obergeschossen und vier unterirdischen Stockwerken unter. Der Lesesaal kommt direkt unter dem Dach zu liegen, wo eine grosse, runde ­Öffnung für Licht sorgt. Demnächst dürften die Bauarbeiten starten; Die Eröffnung ist für  2017 vorgesehen. (mai)