Ein Bahnhof um und für die Kunst

Ein Bahnhof um und für die Kunst

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Lausanne hat Grosses vor: Aus dem einstigen Lokomotivdepot der SBB soll ein Museumsquartier mit internationaler Ausstrahlung werden. Neben dem kantonalen Kunstmuseum sollen in den Hallen noch weitere Museen unterkommen.
 
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Statt Lokomotiven soll im ehemaligen Depot der SBB Kunst Platz finden.
 
Der Waadtländer Staatsrat beantragt dem Grossen Rat einen Kredit von 13,87 Millionen Franken. Mit diesem Betrag sollen in erster Linie der Architekturwettbewerb und Vorstudien für das künftige Kunstmuseum (MCBA - Musée cantonal des beaux arts) finanziert werden. Gleichzeitig will das Steuerungskomitee unter dem Präsidium von Staatsrat Pascal Broulis aber auch einen Ideenwettbewerb zur Zusammenlegung verschiedener Museen auf dem Gelände lancieren. Vorbild dafür sind die Museumsinsel in Berlin oder das Museumsquartier in Wien.
 
 
Zudem will man abklären, ob im ehemaligen Lokomotivdepot neben dem kantonalen Kunstmuseum auch das Museum für Design (mudac) und das Fotografiemuseum Musée de l'Elysée Platz finden. Damit entstünde in Bahnhofsnähe ein neuer „Kulturpol“, eine Visitenkarte für die Stadt Lausanne, wie es in einer Mitteilung von Stadt und Regierung heisst.
 

Jahrzehntelange Standortsuche

 
Über den Planungskredit für das Kunstmuseum soll der Grosse Rat noch vor der Sommerpause entscheiden. Folgt das Parlament dem Vorschlag der Regierung, könnte der Architekturwettbewerb bereits zweiten Halbjahr ausgeschrieben werden. – Nachdem die Waadtländer Stimmberechtigten letztes Jahr ein Projekt für ein neues Kunstmuseum am Seeufer in Lausanne abgelehnt hatten, wurde das ehemalige Lokomotivdepot beim Bahnhof Lausanne vergangenen Herbst zum idealen Standort ausersehen.
 
 
Die Diskussion um den Standort des Kunstmuseums zieht sich schon lange hin, seit bald zwei Jahrzehnten wird nach einem idealen Standort gesucht. Denn 1991 hatte der Staatsrat entschieden, dass der "Palais de Rumine" der Waadtländer Kunstsammlung nicht mehr gerecht werde, da "die Ausstellungsräume aus allen Nähten platzen". Wegen der Finanzkrise der 1990er-Jahre wurde es danach still um das Vorhaben. Nach der Jahrtausendwende wurde das Thema wieder aufgenommen und das Projekt am Seeufer entwickelt. (sda)