Ein „Bahnhof“ um den Bahnhof

Ein „Bahnhof“ um den Bahnhof

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Die Wellen im Streit um den geplanten neuen Suttgarter Hauptbahnhof schlagen seit Wochen hoch. Die Polizei musste mehrere Aktivisten von der Strasse wegtragen, die einem Bagger den Weg zum Baugelände beim Hauptbahnhof versperrten.
 
Schon seit längerem sorgt der geplante neue Stuttgarter Bahnhof für heftige Diskussionen. Der heutige Kopfbahnhof soll zu einer unterirdischen Durchgangsstation umgebaut werden und gleichzeitig an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. In der Bevölkerung ist das Bauvorhaben umstritten, seit Wochen demonstrieren Gegner des Projekts immer wieder. Ihre Kritik richtet sich unter anderem gegen die steigenden Kosten des Vorhabens, die mittlerweile auf 4,1 Milliarden Euro (5,5 Milliarden Franken) angestiegen sind. Daneben befürchtet man, negative Effekte auf die Umwelt und den Nahverkehr. Derweil verweisen die Befürworter des Projekts auf kürzere Reisezeiten und dass mit dem Projekt rund 4000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Des Weiteren zieht laut den Befürwortern der Neubau bis zu acht Milliarden Euro Folgeinvestitionen nach sich, etwa wenn auf den rund hundert Hektaren Gleisanlagen, die derzeit in bester innerstädtischer Lage abgerissen werden, neue Wohn- und Geschäftshäuser entstehen.
 
Wie die Polizeit mitteilt haben gestern Abend etliche Personen die Einfahrt des Radbaggers auf das eingezäunte Baufeld am Nordflügel verzögert. Bis zu 500 Demonstranten hätten sich am Abend beim Hauptbahnhof versammelt. Die vergangenen Freitag gestarteten Abbrucharbeiten konnten laut Angaben der Polizei bis am heute Donnerstagmorgen nicht fortgesetzt werden. Am frühen Morgen seien noch 30 bis 40 Demonstranten auf dem Gelände gewesen. Die Nacht sei ruhig gewesen, heisst es in der Meldung weiter. (mai/sda)
 
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