Eigenheim für viele nicht finanzierbar

Eigenheim für viele nicht finanzierbar

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Die hohen Immobilienpreise machen den Traum vom Eigenheim für viele unerfüllbar. Oft reicht es gerade mal für Stockwerkeigentum im 70er-Jahre-Schick. Mehr liegt für jeden zweiten Schweizer nicht drin.

Die Schweizer sind ein Volk von Mietern. Und doch träumt laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag des Beratungsunternehmens Moneypark jeder Zweite von den eigenen vier Wänden. Doch können sie sich das überhaupt leisten? Oftmals nicht, wie eine Untersuchung von Moneypark ergeben hat. Hierfür wurden anhand von etwa 25'000 Finanzierungsanfragen seit 2012 die Immobilien in Preisquantile unterteilt. Die 20 Prozent günstigsten Immobilien sind im Schnitt für weniger als eine halbe Million Franken zu haben, die teuersten 20 Prozent kosten etwa das Fünffache.

Wer jährlich maximal 105'000 Franken brutto verdient, kann sich gerade mal eine Immobilie im untersten Segment (Preisspanne zwischen 100'000 und 596'000 Franken) kaufen. Dafür gibt es laut einer Mitteilung für durchschnittlich 450'000 Franken Stockwerkeigentum im 70er-Jahre-Schick mit durchschnittlich 105 Quadratmetern Wohnfläche respektive 4,5 Zimmern. In drei von vier Fällen müsse der Käufer zudem auf einen Balkon verzichten.

Im zweiten Preisquantil (596'000 bis 780'000 Franken) liegt der Anteil an Einfamilienhäusern bei 55 Prozent. Wer zwischen 105'001 und 137'000 Franken verdient, kann sich 132 Quadratmeter beziehungsweise fünf Zimmer leisten. Diese Liegenschaften wurden im Schnitt 1982 gebaut. «Für mehr als die Hälfte der Haushalte ist dieses Preissegment bereits nicht mehr finanzierbar», schreibt Moneypark.

Im dritten Preisquantil (780'001 bis 990'000 Franken) sind die Immobilien durchschnittlich 30 Jahre alt. Für 880'000 Franken bekomme ein Haushalt im Schnitt fast 150 Quadratmeter respektive 5,5 Zimmer. Nur wer zwischen 137'001 und 174'000 Franken verdient, kann sich das leisten. Für zwei Drittel der Schweizer Haushalte trifft dies jedoch nicht zu, sie erwirtschaften weniger.

Das vierte Preisquantil liegt zwischen 990'001 und 1'310'000 Franken. In diesem Segment verfügt laut Mitteilung fast jede zweite Immobilie über einen Balkon oder eine Terrasse. Die Wohnfläche beträgt 172 Quadratmeter, verteilt auf 5,5 bis 6 Zimmer. Um sich das leisten zu können, muss das Einkommen zwischen 174'001 und 230'000 Franken liegen. 84 bis 94 Prozent der Haushalte verdienen aber weniger.

Das höchste Preisquantil (mehr als 1’310'000 Franken) bleibt den sechs Prozent Schweizern vorbehalten, die mindestens 230'001 Franken verdienen. Diese Immobilien kosten im Schnitt 2,2 Millionen Franken und verfügen über 236 Quadratmeter respektive sechs Zimmer.

Die Chancen für eine preiswerte Immobilie sind im Tessin und im Mittelland am besten, während in den Kantonen Zug, Genf und Schwyz besonders Luxusimmobilien gefragt sind. (mt/pd)