Edgar Oehler geht

Edgar Oehler geht

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Überraschend tritt Edgar Oehler als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der AFG zurück. Bereits früher angekündigt war sein Rückritt als CEO auf die bevorstehende Generalversammlung. Als grösster Aktionär behält er vorläufig seinen Sitz im Verwaltungsrat.
 
Wie Edgar Oehler in einem persönlich gehaltenen Communiqué festhält, falle ihm die Trennung von seinem Lebenswerk nicht leicht. Von 1985 bis 1990 leitete er als Generaldirektor das Unternehmen und brachte es 1988 an die Börse. Im September 2003 übernahm er von der Erbengemeinschaft des Gründers Jakob Züllig die Aktienmehrheit und baute das Unternehmen Schritt für Schritt zu einem führenden Bauzulieferer Europas aus.
 
Nach der erfolgreichen Bewältigung einer durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten schwierigen Periode verfügt die AFG heute wieder über vielversprechende Perspektiven. Wie Egar Oehler schreibt, übergebe er die Führung der AFG seinen Nachfolgern mit der Erwartung dass sie zu den geschaffenen Werten und den 6000 Mitarbeitern Sorge tragen werden. Persönliche wolle er sich dafür verwenden, dass seine Erfahrungen, Kontakte und Netzwerke weiterhin nutzbringend weiter angewendet werden können.
 
Hintergrund des überraschenden Rücktrittes ist wohl auch, dass er als CEO in die Kritik geriet, Privates und Geschäftliches vermischt zu haben. Um zu diesem Punkt reinen Tisch zu machen, bezahlte der Konzern-Chef dem Unternehmen rund 1,8 Millionen Franken zurück. In einem Interview mit dem St.Galler Tagblatt, führt er aus, dass er und seine Familie massiv diffamiert worden sei und weiter "Ich habe beim Bezug von Leistungen Fehler gemacht und eingestanden und zahle netto 1,8 Millionen Franken an die Firma. Auch ich habe das Recht, in 25 Jahren Tätigkeit Fehler zu machen. Für mich zählt die Gesamtbilanz. Aber die Beschuldigungen gegen meine Familie sind so falsch. Das kann ich mir nicht bieten lassen."
Zuletzt habe ihm ein AFG-Aktionär gedroht, falls er nicht als Präsident abtrete, komme es an der GV zu einem Eclat. Er hätte auch gegen die eine Abwahl traktandierende Aktionärsgruppe genug Aktienstimmen zur Unterstützung zugesagt erhalten. Aber er wolle nicht mehr streiten.
 
An der bevorstehenden Generalversammlung soll niemand zur Zuwahl aufgestellt werden. Somit wird ein aktuelles Mitglied des Verwaltungsrat das Präsidium übernehmen. (mai/mgt)