EBM-Holzkraftwerk nicht bewilligungsfähig

EBM-Holzkraftwerk nicht bewilligungsfähig

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Teaserbild-Quelle: EBM/zvg

Ein Holzkraftwerkprojekt der EBM Trirhena AG in Bottmingen ist aus zonenrechtlichen Gründen nicht bewilligungsfähig: Die Baselbieter Baurekurskomission hat Beschwerden von Nachbarn gutgeheissen.

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EBM/zvg
Der EBM-Hauptsitz in Münchenstein mit historischem Generator

Die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) plant in Bottmingen BL eine "Energiezentrale Wärme Schiene Leimental". Das Areal auf der ehemaligen Parzelle eines Alpiq-Unterwerks ist laut der Baurekurskomission jedoch für den Zweck der elektrischen Versorgung im Zonenplan reserviert, wie die Kommission mitteilt.
Sie beurteilt als erste richterliche Behörde Rekurse gegen Verfügungen in Bausachen. Die EBM kann den Entscheid ans Baselbieter Kantonsgericht weiterziehen. Ansonsten wäre die kommunale Nutzungsplanung anzupassen, damit das Projekt bewilligungsfähig wird.

Regionaler Wärmeverbund
Die EBM hatte das Projekt 2013 als Teil eines pionierhaften regionalen Wärmeverbundes angekündigt. Widerstand gegen das Fernwärme-Holzkraftwerk erwachte dann 2015, als bekannt wurde, dass der Ofen grösser wird, also mehr Lastwagen bringt, und auch unbehandeltes Holz verbrennen soll.
Mit dem Projekt sollen erstmals in der Schweiz lokale Wärmeinseln von verschiedenen Gemeinden zu einem grossen regionalen Wärmeverbund zusammengeschlossen werden. Vorgesehen ist, die Nahwärmeverbünde der vier Unterbaselbieter Gemeinden Binningen, Bottmingen, Oberwil und Therwil miteinander zu verbinden. In Bottmingen ist eine neue Energiezentrale geplant, die ausschliesslich mit Holz aus der Region betrieben wird. Der Standort der Energiezentrale in Bottmingen liegt laut der EBM verkehrstechnisch ideal und zentral in der Mitte des grossräumigen Wärmenetzes.

70 Prozent Umweltenergie
Neben der Energiezentrale würden die Heizzentralen beibehalten, die bereits erneuerbare Energien wie Abwasser und Umweltwärme nutzen. Bestehende konventionelle Blockheizkraftwerke sollen schrittweise stillgelegt werden. Damit würde der regionale Wärmeverbund den erwarteten Wärmeabsatz mit einem Umweltenergieanteil von rund 70 Prozent decken.

Projekt erfüllt Umweltauflagen
Auf Wunsch von direkt betroffenen Personen wurde die Umweltverträglichkeit der geplante Energiezentrale geprüft. Untersucht wurden mögliche Einflüsse des Projekts auf Verkehr, Luft, Lärm, Grundwasser und Entwässerung, Abwasser und Oberflächengewässer, Boden, Altlasten, Abfälle, Störfälle, Wald, Flora und Fauna, Landschaft- und Ortsbild sowie Kulturdenkmäler. Ergebnis: Die Energiezentrale entspreche "bestmöglich" den ökologischen Anforderungen. (sda/mgt)