Durch die Wüste mit 320 km/h: Marokkos neuster TGV-Bahnhof

Durch die Wüste mit 320 km/h: Marokkos neuster TGV-Bahnhof

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Das Besondere am Entwurf ist die Aussenfassade, die gleich einem gewebten, weissen Cape den U-förmigen, umbauten Raum überspannt.
Im Zuge des Arabischen Frühling beschleunigen sich in Marokko nicht nur Reformen, sondern auch der Schienenverkehr. Eine von zwei geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecken verläuft durch das nordwestliche Kénitra, das deshalb einen neuen TGV-Bahnhof bekommt.

Allerdings hatte die staatliche Eisenbahngesellschaft ONCF die TGV-Duplexzüge bereits vor den politischen Unruhen bestellt. Die Strecke Tanger–Casablanca soll bis Ende 2015 in Dienst genommen werden, wobei zwischen Tanger und Kénitra eine Spitzengeschwindigkeit von 320 Stundenkilometer angestrebt wird.

Den Wettbewerb für den TGV-Bahnhof gewann das in Paris ansässige Architektenteam aus Silvio d’Ascia Architecture mit Omar Kobité Architecture und Eric Giudice Architects. Sie entwarfen einen Bahnhof mit zugehörigem Detailhandel auf 10'000 Quadratmetern Nutzfläche.

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Es gibt zwei Hauptzugänge, ein nördlicher vom „Place du 11 Janvier“ für Fussgänger sowie ein südlicher vom Place de la Maamora, am Rande eines Wäldchens. Das Besondere am Entwurf ist die Aussenfassade, die gleich einem gewebten, weissen Cape den U-förmigen, umbauten Raum überspannt. Das regelmässige Muster aus Dreiecken referenziert Arabesken, wie man sie in Marokko vorfindet und dient zugleich als luftiges Verschattungselement im lokalen, meist sonnigen Klima. Allerdings liegt die Stadt unweit der Atlantikküste, sodass es manchmal regnet. In dem Fall wird das Regenwasser aufgefangen und für das Gebäude genutzt, um Ressourcen zu sparen. Ausserdem gibt es angeblich ein natürliches Ventilationssystem.

Das Hauptvolumen des Bahnhofs besteht aus einer grossen, erhöhten Passerelle, die zu allen Gleisen führt. Diese Fussgängerbrücke soll begrünt werden und kann über Rolltreppen vom ebenerdigen Geschoss erreicht werden, wo sich ein zentraler Fahrscheinverkauf und Ladengeschäfte befinden werden. Die Passerelle selbst wird ebenfalls mit kleinen Läden, Kiosken und Ruhezonen bestückt werden, damit die Fahrgäste in der Hitze bequem und normal ventilierend auf die Einfahrt ihres Zuges warten können. Die Eröffnung ist für 2017 geplant.(tw)

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