Düstere Wolke über der Grossstadt?

Düstere Wolke über der Grossstadt?

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Teaserbild-Quelle: bb/zvg
In Seouls Geschäftsviertel Yongsan plant das Rotterdamer Architekturbüro MVRDV ein Wohngebäude der Extraklasse. Vorgesehen sind zwei riesige Türme, die in der Mitte miteinander verbunden sind. Allerdings sorgt ihr Design für heftige Diskussionen: Es erinnert an den Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001.
 
Mit einem extravaganten Wohngebäude in der südkoreanischen Metropole lässt zurzeit das Rotterdamer Architekturbüro MVRDV aufhorchen: Das Projekt "The Cloud" (Die Wolke) sieht zwei 260 bzw. 300 Meter hohe Türme vor, die in der Mitte durch mehrere Etagen miteinander verbunden sind. Die Wohnungen in den Geschossen sind jeweils als Kuben ausgebildet. Von Weitem sieht das Ganze wie eine verpixelte Wolke aus, die sich zwischen die beiden Hochhäuser gedrängt hat.
 
Doch was für die Architekten eine „harmlose“ Wolke ist, erinnert andere an die einstürzenden Twin Towers vom 11. September 2001: Aus den USA kamen entsprechende Beschwerden. Doch sowohl die südkoreanischen Projektleiter der Yongsam Development Corporation als auch die Architekten weisen die Vorwürfe zurück. Beim Design von „The Cloud“ gehe es um Sonnenlicht, Aussenräume und Lebensqualität für Bewohner und Stadt, heisst es auf der Website von MVRDV.  „Es war weder unsere Absicht an die Anschläge zu erinnern, noch bemerkten wir die Ähnlichkeit während des Entwurfsprozesses“, schreiben die Architekten. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei allen, deren Gefühle wir verletzt haben.“
 
Durch die wolkenartige Verbindung zwischen den beiden Bauten sollen sich in den Etagen zahlreiche Flächen ergeben, die verschiedienste Nutzungen ermöglöichen. Den Architekten schweben Sky Lounges, Restaurants, Wellness- und Fitnessstudien, Pools, private Gärten aber auch riesige Parks und Terrassen sowie Konferenzräume vor. Wichtig sind solche Nutzungen, weil in Grossstädten wie Seoul, Freizeitzonen und Grünflächen immer wie rarer werden. Mit ihrer Idee hoffen die Architekten nun eine Lösung für dieses Problem gefunden zu haben. (ffi/mai/mgt)