Drohende Eiszeit für Bauvorhaben im Lavaux

Drohende Eiszeit für Bauvorhaben im Lavaux

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Das Waadtländer Parlament hat die Intitiative von Umweltschützer Franz Weber für gültig erklärt. Die Initiative soll das Lavaux vor der Überbauung bewahren. Allerdings sorgt sie für Kritik, denn für viele kommt Webers Begehren faktisch einem Bauverbot gleich.
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Das Lavaux soll so bleiben wie es ist; die Initiative will das Bauen stark einschränken.
 
 
In der ersten Lesung erklärte das Parlament die Initiative für gültig. In einer weiteren sagte es nein. Und nun wurde die Initiative definitiv für gültig erklärt. Wie der „Tages-Anzeiger“ in seiner heutigen Ausgabe berichtet fiel der Entscheid allerdings äusserst knapp aus: 69 sprachen sich für und 67 gegen das Begehren Webers aus. Doch wirklich freuen kann sich der Landschaftsschützer noch nicht. Denn die Initiative wird wohl noch weiterhin für rote Köpfe sorgen. Wie der „Tages-Anzeiger“ berichtet, hat der Anwalt der Interessengemeinschaft der 14 von der Initiative betroffenen Gemeinden angekündigt, dass er gegen den Entscheid beim Verfassungsgericht rekurrieren will.
 
Mit total 17'000 war die Initiative im Juli vergangenen Jahres zustande gekommen. Mit äusserst restriktiven Schutzbestimmungen will die Initiative den Spielraum von Kanton und Gemeinden für Neubau- Bewilligungen stark einschränken. Damit läuft die Initiative faktisch auf ein Bauverbot hinaus. Denn die Gemeinden im Schutzgebiet sollen die bestehenden Bauzonen, die an historisch gewachsene Dörfer angrenzen, nicht mehr nutzen können. Nur unterirdische Parkanlagen und Weinkeller sowie der Abriss nicht schutzwürdiger Häuser wären noch erlaubt.
 
Das malerische Gebiet am Genfersee gehört seit 2007 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Waadtländer hatten bereits 1977 und 2005 Initiativen gutgeheissen Webers, die den Schutz der einzigartigen Weinbauregion am Genfersee vor weiteren Überbauungen verlangten. (mai)