Drei Varianten für das Sarneraatal

Drei Varianten für das Sarneraatal

Gefäss: 
Um das Sarneraatal besser vor Hochwasser zu schützen, müssen die Abflusskapazitäten erhöht werden. Neben der Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa werden nun zwei Stollenvarianten bearbeitet. Der Kantonsrat hat zugestimmt. Damit geht das Warten auf den Start der Bauarbeiten nun weiter.
 
Eigentlich war alles beschlossen und abgesegnet: Die Sarneraa sollte verbreitert und vertieft werden. Doch bei der Erarbeitung des Projektes stiegen die Kosten von den ursprünglichen 47 auf 76 Millionen Franken. Das löste ein politisches Beben aus, das vergangenen Oktober schliesslich im Rücktritt von Baudirektor Hans Matter gipfelte. Damit erhielten die Gegner des Projektes, die um das Sarner Ortsbild fürchten, wieder Aufwind: Die zuvor als zu teuer betrachteten Stollenvarianten für den Abfluss kamen wieder ins Gespräch. Im November letzten Jahres kam denn auch eine Volksinitiative für die Planung der Stollenvariante Ost zustande.

Weitere Hürden

Im Dezember beauftragte das Parlament die Regierung, Projekte für zwei Stollenvarianten (Ost und West) ausarbeiten zu lassen und sie auf den gleichen Stand wie Verbreiterung und Tieferlegung zu bringen. Aufgrund dreier vergleichbarer Projekte soll dann der definitive Entscheid gefällt werden. Ein Stolperstein ist dabei aber die Initiative, die ausschliesslich die Variante Ost fordert. Es besteht die Gefahr, dass dieses Projekt nicht bewilligungsfähig ist. Auch der festgelegte Planungskredit von 1,8 Millionen Franken genügt laut Regierung nicht. Weitere Hürden sind damit programmiert. Ist die Initiative nicht vom Tisch, kann aber nicht weitergeplant werden. Darum fordert die Regierung den Rückzug der Initiative; auch die Mehrheit der Votanten des Parlamentes unterstützten diese Forderung. Es ist noch offen, ob die Initianten darauf eingehen, ist offen.

Ab an die Urne?

Brisant ist, dass der ehemalige Sarner Gemeindepräsident Paul Federer als Erstunterzeichner heute Regierungsrat und Baudirektor ist. In dieser Funktion kämpft er nun gegen "seine" Initiative. Er habe Hoffnung auf den Rückzug, sagte Federer. Der Kantonsrat stellte sich hinter das Vorgehen der Regierung und bewilligte die 4,2 Millionen Franken für die Prüfung der Stollenvarianten. Nun sind die Initianten der Volksinitiative am Zug. Falls sie ihr Begehren nicht zurückziehen, kommt es im September 2010 an die Urne. - Klar ist zurzeit soviel: Das Warten auf das nach der verheerenden Überschwemmung von 2005 in Angriff genommene Hochwasserschutzprojekt geht weiter. Mit dem Bau kann bestenfalls in der zweiten Hälfte 2014 begonnen werden. (sda)