Die Sonne bringt es an den Tag...

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Die Monte Rosa Hütte am Fusse der Dufourspitze ist ein knapper Drittel weniger energieeffizient als wie bisher behauptet. Dies berichtete die „Sonntagszeitung“. Dennoch wurde der vor rund einem Jahr eröffnete Neubau mit dem Solarpreis ausgezeichnet.
 
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Nicht ganz so ökologisch wie bis anhin bekannt: die Monte Rosa Hütte.
 
Zu den dieses Jahr insgesamt 17 Solarpreisträgern gehört auch die viel gerühmte Monte Rosa Hütte des Schweizer Alpenclubs (SAC). Der Bau wurde in der Kategorie Neubauten ausgezeichnet. Und dies obwohl die Jury des Schweizer Solarpreises fehlerhafte Angaben ans Tageslicht brachte, in dem sie nachrechnen liess. Dies berichtete die „Sonntagszeitung“. Der dieses Jahr eröffnete High-Tech SAC-Hütte ist weniger energieeffizient als angegeben. Bei der Überprüfung der Daten kam man zum Schluss, dass sich der Selbstversorgungsgrad der Monte-Rosa-Hütte nicht wie von der ETH auf 90 Prozent sondern „höchstens“ auf 64 Prozent beläuft. Die ETH-Forscher hatten bei ihren Berechnungen den Energieaufwand für die Küche nicht mit einkalkuliert. Denn diese bezieht ihren Strom aus Propangas oder Rapsöl, das mit Helikoptern aus dem Tal hinauf transportiert werden muss. Somit handelt es sich um etwa einen Drittel des Energiebedarfs.
 
Gegenüber der „Sonntagszeitung“ hielt Meinrad Eberle, Projektverantwortlicher an der ETH, fest, dass seine Hochschule den Selbstversorgungsgrad von 90 Prozent immer explizit unter Ausschluss der Kochenergie angegeben habe. Der Selbstversorgungsgrad mit Kochenergie sei auf 70 Prozent beziffert worden. Über das Optimum lasse sich immer streiten, so Eberle weiter. Am Schluss laufe es auf die Kostenfrage hinaus. Zusätzlich produzierte Energie müsste gespeichert werden, was aufwendig und teuer sei. Die Monte-Rosa-Hütte sei Opfer des eigenen Erfolgs geworden, betonte Eberle weiter. Der Besucheransturm sei enorm, weshalb die Stromversorgung knapp sei. Darum müssten wahrscheinlich Anpassungen vorgenommen werden. Bei der Wärme gebe es keine Probleme. - Wie es bei der ETH gegenüber der „Sonntagszeitung“ hiess, sind  Optimierungen im Gang.
 
Die High-Tech-Berghütte am Fusse der Dufour-Spitze wurde vor rund einem Jahr eingeweiht und steht den Alpinisten seit März offen. Sie entstand in Zusammenarbeit von ETH Zürich und des SAC. Das fünfstöckige Gebäude aus Holz bietet 120 Schlafplätze und ist mit einer Aluminiumhülle verkleidet. Für Strom sorgen an der Südfassade angebrachte Sonnenkollektoren. Daneben erzeugen im Gelände aufgestellte Solarkollektoren erzeugen Warmwasser und erwärmen Luft, um die Räume zu temperieren. Gespeichertes Schmelzwasser dient als Spülwasser für die Toiletten und zum Duschen. (mai/sda)
 
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