Die Schweiz lagert jährlich elf Cheops-Pyramiden Material

Die Schweiz lagert jährlich elf Cheops-Pyramiden Material

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Während die Schweizer Bevölkerung wächst, häuft sie immer mehr Material an. Das Materiallager wächst jedes Jahr um durchschnittlich 54 Millionen Tonnen. Den Hauptanteil machen dabei Baumaterialien aus.
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Eine Cheopspyramide macht vom Gewicht her nicht einmal zehn Prozent des jährlich aufgehäuften Materials aus.
 
Das jährlich angehäufte Material in der Schweiz entspricht dem Gewicht von elf Cheops-Pyramiden oder 7,2 Tonnen pro Einwohner. Dies geht aus einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor, die die neusten Zahlen aus den Jahren 2002 bis 2007 vorstellt. Den grössten Teil des aufgehäuften Materials machen Baumaterialien aus, nämlich 92 Prozent. Diese bleiben als Bauten oder Infrastruktur für mehrere Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte bestehen. Weiter gehören dauerhafte Güter wie Maschinen, Fahrzeuge oder Möbel dazu, das heisst acht Prozent. Diese Materiallien werden jeweils zwei bis 30 Jahre gelagert, bis sie entsorgt werden.
 
 
Das Gewicht des Materiallagers ist die Differenz zwischen den Zu- und Abflüssen. Dem Lager wird Material entzogen, indem es beispielsweise verbrannt, exportiert oder in einer Deponie ausgelagert wird. In der Schweiz fliessen so im Schnitt nur zwei Millionen Tonnen ab. Lauf dem BFS bedeuten die angehäuften Materialien einen wertvollen Rohstoffvorrat. Sei dessen Zusammensetzung bekannt, liessen sich die künftigen Abfallflüsse und ihrer mögliche Wiederverwertung vorhersehen. Damit könne der Abbau von neuen natürlichen Ressourcen vermindert werden, heisst es.
 
 
Eine nachhaltige Gsellschaft sollte daher eine Stabilisierung des Gewichts ihres Materiallagers anstreben. Wenn der Lagerzuwachs bei null oder nur leicht darüber liege, weise dies darauf hin, dass das Wirtschaftssystem in Bezug auf die Materialien selbsterhaltend sei. Dies werde vor allem durch das Wiederverwerten der mineralischen Baustoffe und der Metalle erreicht. (sda/mai)