Die Miura-Faltung kann fast alles

Die Miura-Faltung kann fast alles

Gefäss: 

Richtig gefaltet lässt sich Papier in beinahe jede erdenkliche Form bringen. Möglich macht es die sogenannte Miura-Faltung, deren Einsatzmöglichkeiten unbegrenzt sind. Sie reichen von der Architektur bis hin zur Raumfahrt.

Eigentlich ist die Miura-Faltung lediglich eine bestimmte Art zu falten: Mit ihr wird ein Papier in ein Netz aus Rhomboiden unterteilt. Doch die nach dem japanischen Astrophysiker Koryo Miura benannte Technik hat es in sich: Zieht man an zwei gegenüberliegenden Seiten eines derart bearbeiteten Papiers, lässt es sich mit einem Griff zusammen- und wieder auseinanderziehen. Zudem kann ein derart gefaltetes Material in unterschiedlichste Formen gebracht werden.

Dass diese Möglichkeiten noch vielfältiger sind, wenn die Faltung leicht variert wird, als bisher angenommen, haben Materialforscher von der John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences in Harvard in einer Studie festgestellt. Für ihre Untersuchungen ent­wickelten die Wissenschafter ein Programm, mit dem sich miuragefaltete Objekte ­simulieren lassen und das die Qualität des zu ­faltenden Stoffs einbezieht. Ihre hohe Flexibilität machten solche Objekte  attraktiv für beinahe jedes Einsatzgebiet, sagt Levi Dudte, der an der Studie mitgearbeitet hat. „Sei es für kleine Häuser, in der Raumfahrt oder der minimalinvasiven Chirurgie.“   Das wirklich hochinteressante an der Sache sei aber die Tatsache, dass die Miurafaltung völlig skalierbar sei, sagt Lakshimainarayanan Mahadevan, der ebenfalls an der Studie mitgearbeitet hat. (mai)

Wer es ausprobieren will, findet die Anleitung zur Faltung in diesem Film: