Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gefäss: 
Wie die Luzerner Salle Modulable finanziert werden soll, weiss niemand. Und auch die Standortsuche stand unter einem schlechten Stern. Trotz allem will die Stiftung für die Luzerner Salle Modulable nicht aufgeben. Dies erklärte der der Präsident der Stiftung vor Kurzem in einem Interview mit der „Neuen Luzerner Zeitung“.
 
Gut möglich, dass der Traum eines multifunktionalen Musiktheaters in Luzern endgültig platzt. Geplant war ein flexibel bespielbarer Saal mit 1100 Plätzen, der sich sowohl für reine Konzerte als auch für das Musik-Theater eignet. Nach der Unmöglichkeit, einen geeigneten Standort zu finden und nachdem die von einem Mäzen zugesicherten 100 Millionen nun doch nicht fliessen, bleibt wohl nur noch die Hoffnung. Und diese stirbt bekanntlich ja zuletzt.
 
Anlässlich der erstmaligen Präsentation der Idee für einen neuen Luzerner Musiktheatersaal im August 2007 sprach der damalige Stiftungspräsident Jürg Reinshagen davon, dass sich Luzern damit als Musikstadt von Weltrang positionieren könne. Weil sich das Kultur und Kongresszentrum Luzern (KKL) von Jean Nouvel für die Aufführung von Opern nicht eignet, war ein neuer multifunktionaler Musiktheatersaal für die Festivalmacher eine logische Konsequenz. Doch die erste Präsentation des Projektes sorgte für Diskussionen: Konnte ein attraktiver Standort gefunden werden, wie seinerzeit für das KKL neben Altstadt, Bahnhof und See? Der Stadtrat begann sich über weitere Millionen Zuschüsse an die Betriebskosten zu sorgen. Und vor zwei Jahren wurde im Zusammenhang mit der Salle Modulable vom Festival-Direktor Michael Haefliger die Idee eines Musik-Campus ins Spiel gebracht. Als dann auch noch die Idee auftauchte beim Luzerner Theater die Sparten Tanz und Schauspiel in die freie Szene auszulagern, die Opern in die Salle Modulable zu verlegen und aus dem Theater eine Art Bar zu machen, geriet die Salle Modulable für viele Luzerner zur komischen Oper. Nach gut drei Jahren Hin und Her gaben die Erben des inzwischen verstorbenen Mäzens im Oktober 2010 den Rückzug aus dem Projekt bekannt.

Musikhochschule geht eigene Wege

Wie die Luzerner Zeitung schreibt, will die Luzerner Musikhochschule nun auch nicht mehr länger auf die Salle Modulable warten und hat sich auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht. Doch bei der Stiftung Salle Modulable glaubt man nach wie vor an das Projekt. "Die Salle Modulable ist ein Projekt, das nicht nur für die beteiligten Kulturinstitutionen, sondern für die ganze Region, die Schweiz und auf internationaler Ebene eine grosse Bedeutung haben könnte. Dafür lohnt es sich zu kämpfen, und das tun wir nach wie vor", sagte Hubert Achermann, neuer Präsident der Stiftung, im Interview mit der „Neuen Luzerner Zeitung“. Ob gegen die Erben des Mäzens rechtliche Schritte unternommen werden sollen, darüber mochte sich Achermann nicht äussern. Man wolle zuerst die Situation klären, schliesslich wurden die 120 Millionen Franken rechtlich verbindlich zugesagt. Endeutig hat sich der Luzerner Regierungsrat Anton Schwingruber in der Sache geäussert, wie die Zeitung schreibt. Bis Mitte Jahr müsse feststehen, ob die privaten Gelder fliessen oder nicht. Nur so könne die Zukunft des Luzerner Theaters an die Hand genommen werden. - Ob diese Geschichte in näherer Zukunft in einem Happy End gipfelt, steht mehr denn je in den Sternen. (mai)
 
 
Lesen Sie dazu auch: