Die „grünen“ Riesen von Suburbia

Die „grünen“ Riesen von Suburbia

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Teaserbild-Quelle: zvg
Wenn sich in ferner Zukunft verwahrloste und ausgestorbene Vorstädte in grüne Paradiese verwandeln, ist ein Roboter am Werk. Das ist die skurrile Vision des australischen Architekten Andrew Maynard.
 
 
„Die australischen Vorstädte entstanden aus der Abhängigkeit vom Auto“, schreibt Architekt Andrew Maynard auf seiner Website. „Mit dem immer knapper werdenden Öl ist das Ende des Autozeitalters nahe.“ In der Folge sterben die Vorstädte laut Maynard aus, weil ihre Bewohner in die Nähe der Zentren ziehen, wo sie arbeiten. Gleichzeitig werden die Städte in ihren äussersten Bezirken verwahrlosen und verfallen. Parallel dazu werden die Menschen immer dicker, weil sie sich kaum noch bewegen.
 
Damit sich seine Horrorvision von vor sich hindämmernden hässlichen Ruinen und rostenden Autowracks nicht erfüllt, hat Maynard eine nicht ganz ernst gemeinte, witzige Vision entwickelt: Dabei geht es um einen sechsbeinigen Roboter, der die verrottenden Siedlungsgebiete in grünes, blühendes Land verwandelt. Während der CV80, der trotz seiner Grösse irgendwie putzig aussieht, über die Einöde stampft, bearbeiten seine Füsse oder vielmehr seine Beine den Grund: Mit den Vorderbeinen entfernt und verarbeitet er Müll und Ruinen. Die mittleren Beine kümmern sich um Flora und Fauna: Sie bepflanzen das von den Spuren der Zivilisation befreite Land und setzen gleichzeitig Wombats, Koalas, Wallabies und Vögel aus, die dort dann umgehend „glücklich ihr neues Zuhause beziehen“.
 
Das hintere Bein bietet Platz für Menschen: „Wenn wir wegen des fehlenden Öls keine Autos mehr benutzen können, schaffen es viele übergewichtige und autoabhängige Australier nicht mehr in die grünen Gebiete, weil sie nicht fit genug sind“, schreibt Maynard dazu. Deshalb sollen die Hinterbeine verirrte „Moppel“ einsammeln und mitnehmen. „Mit Bildern von Doughnuts locken diese Beine die oft etwas scheuen Moppel an.“ Einmal gefangen, werden sie in der „Liposuktionskammer“ von ihrem Fett befreit und mit Hilfe von Nanotech-Robotern fit gemacht. Schlank und rank geworden, entlässt sie der CV08 mit einem Fallschirm aus seinem Hinterteil. Gleichzeitig erhalten sie ein Velo, das aus dem eingesammelten Müll im Bauch des Roboters hergestellt worden ist. Sind die neuen Bohnenstangen mit dem Rad in der Wildnis gelandet, können sie damit wieder nach Hause fahren. – Betrieben wird der CV80 übrigens mit  abgesogenem Fett. (mai)