Die «grosse barocke Kelle» bleibt in der Küche

Die «grosse barocke Kelle» bleibt in der Küche

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Teaserbild-Quelle: zvg
Das puritanische Nach-Zwingli-Zürich liess seinen Bürgern kaum Spielraum für glanzvolle Bauten. Trotzdem entstanden im 18. Jahrhundert wenige gediegene Palais. Eines der schönsten ist das Haus zum Rechberg mit ­seinem Barockgarten. Nunn soll es  saniert werden.
 
 
Das Haus zum Rechberg gehört, zusammen mit dem Zunfthaus zur Meisen, zu den bedeutendsten barocken Bauten Zürichs. Gebaut wurde es zwischen 1759 und 1770 durch das Zunftmeister-Ehepaar Werdmüller-Oeri als Haus zur Krone. Die lange Bauzeit erklärt sich dadurch, dass damals nur im Sommer gebaut wurde. Nach verschiedenen Besitzerwechseln und einem Namenswechsel als Haus zum Rechberg, gehört es seit 1899 dem Kanton. Benutzt wird es von der  Regierung für repräsentative Anlässe. Zudem sind im Hauptgebäude Lehrstühle für die Rechtswissenschaftliche Fakultät untergebracht und die Nebengebäude werden durch die Theologische Fakultät gebraucht.

Renovation jahrelang verzögert wegen Heimatschutz

Das 2004 aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt von Thillla Theus sah auch eine Nutzung des Dachgeschosses vor. Dagegen wehrte sich der Heimatschutz. In der Folge wurde das gesamte Projekt grundlegend überarbeitet und 2011 wurden auch die Nebengebäude in das Projekt aufgenommen. Im achten Jahr nach dem Projektwettbewerb werden die Renovationsarbeiten endlich aufgenommen.
 
Gemäss Regierungsrat und Baudirektor Markus Kägi solle "nicht mit der grossen barocken Kelle" angerichtet werden - was immer mit eine solche Ankündigung gemeint sein mag. Die Renovation dient vor allem dem Erhalt der Bausubstanz. Das Flicken, Reparieren, Auffrischen und Modernisieren soll gemäss Kägi im Vordergrund stehen. So werden sämtliche Fenster ersetzt und die Räume im Erd- und im zweiten Obergeschoss sorgfältig renoviert. Der Einbau eines Liftes macht das Gebäude zudem behindertenfreundlicher.  Der kulturhistorisch wertvolle Garten wird durch eine geschnittene Lindenhecke und Bäume neu gefasst und die ganze Anlage gegen die neueren Universitätsbauten abgegrenzt.
 
Auch in Zukunft wird das Hauptgebäude für repräsentative Anlässe genutzt. Neu werden die Parlamentsdienste im Hauptgebäude untergebracht. Die Nebenbauten sind für die kantonsrätliche Kommissionen reserviert.
 
Die Arbeiten am Hauptgebäude sollen bis Ende 2013 abgeschlossen sein und die Renovation der Nebengebäude im Frühling 2014. Die Arbeiten am barocken Rechberggarten werden noch dieses Jahr ihren Abschluss finden. Bewilligt wurde ein Budget von 16,7 Millionen Franken für die Gebäude und 2,1 Millionen Franken für den Garten. (mai)