Die Giessbachbahn, ein Denkmal der Ingenieurskunst

Die Giessbachbahn, ein Denkmal der Ingenieurskunst

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Ehre aus Übersee für eine 345 Meter lange Bahnstrecke am Brienzersee: Die Giessbachbahn wurde von der American Society Of  Mechanical Engineering (AMSE) als Denkmal herausragender Ingenieurskunst ausgezeichnet.

Mitten im Wald, oberhalb des Brienzersees, befindet sich das Hotel Giessbach. Hinauf gelangt man entweder mit dem Auto oder von der Schiffstation aus über die Giessbachbahn. Letztere ist eine der ersten eingleisigen Standseilbahnen und ein Kleinod der Ingenieurskunst: Die 1879 eröffnete Bahnstrecke verfügt nämlich als erste über eine Ausweichstelle in der Mitte. Dabei handelt es sich um zwei sogenannte Abt’sche Weichen, eine Erfindung des Schweizer Maschineningenieurs Carl Roman Abt. Sie funktionieren ohne bewegliche Teile – das heisst ohne Weichenzunge .  Ihr Vorteil liegt darin, dass sie, weil sie starr sind, nicht gestellt und demzufolge auch kaum gewartet werden müssen.

Seit kurzem befindet sich die Giessbachbahn auf der Liste herausragender, historischer Denkmäler der Ingenieurskunst der AMSE.  „Die Ausweichstelle von Giessbach ist eine geniale Idee“, wird dazu der Präsident der Vereinigung in der Medienmitteilung zitiert. Fortan habe diese technische Lösung Standseilbahnen auf der ganzen Welt beeinflusst.

Allerdings ist die Giessbachbahn nicht das erste Schweizer Ingenieurswerk, dem diese Ehre zu Teil wird. Drei weitere gehören schon länger dazu: die weltweit erste, marktfähige Gasturbine, die von den Schweizer Ingenieuren Adolf Meyer und Claude Seippel massgeblich mit entwickelt worden ist und sich heute in Birr bei Neuenburg befindet, die Pilatusbahn bei Luzern und die von den Gebr. Sulzer 1901 erbaute Uri, als ältestes, noch in Betrieb stehendes Seitenraddampfschiff . (mai)

Eine Dokumentation über die Geschichte der Bahn können Sie hier herunterladen: www.giessbach.ch/de/abtsche-weiche.html