Die Beziehungen auf der Baustelle sind an einem Tiefpunkt

Die Beziehungen auf der Baustelle sind an einem Tiefpunkt

Gefäss: 
Solange nur die direkt betroffenden Personen feststellen, dass auf den Baustellen keine Zusammenarbeitskultur über die Gewerke hinweg mehr existiert und nur noch jeder vor sich hinwurstelt, ist es noch nicht so schlimm.
 
Wenn aber bereits die Wissenschaft feststellt, dass das Ausbildungsniveau noch nie so hoch war wie heute und die Zahl der Schadenfälle trotzdem steigt, stellt sich die Frage nach der Kultur auf der Baustelle, nämlich nach der Umgangskultur unter den Personen, die am Bau beteiligt sind.
 
Das technische Niveau am Bau ist sehr hoch, aber das Niveau der menschlichen Beziehungen scheint auf einem sehr tiefen Punkt angelangt. Dabei würde gerade die anspruchsvolle Technik nach einer noch viel intensiveren Koordinations- und Gesprächsbereitschaft verlangen, greifen doch die Gewerke immer mehr ineinander. Der Zeit- und Preisdruck trägt bei der Zusammenarbeit auch nicht dazu bei, dass die Koordination besser wird. Dabei wäre sie gerade hier am wichtigsten und am effektivsten.
 
Wie soll das Ganze besser werden? Es braucht einen Schritt weg von den Schnittstellen hin zu den Verbindungen. Schnittstellen trennen. Es braucht aber Verbindungen, auch menschliche und zwischenmenschliche, wenn der Bau wieder als gutes Beispiel dienen und auch für die Berufsleute wieder attraktiver werden soll.
 
Hans-Peter In-Albon, Direktor Verband Schweizerischer Elektroinstallationsfirmen