Dicke Luft in der Therme Vals

Dicke Luft in der Therme Vals

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Vor wenigen Tagen sorgte das Angebot, das der Bündner Immobilienunternehmers Remo Stoffel der Gemeinde Vals für die Therme machte, für heftige Diskussionen. Jetzt hat es zwischen ihrem Architekten Peter Zumthor und dem Verwaltungsrat einmal mehr gekracht. Eine weitere Beteiligung des Erbauers an den Geschicken des Bades sei unterwünscht, teilte der Verwaltungsrat heute mit.
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Sorgt für heftige Diskussionen: die Zukunft der Therme von Vals.
 
Eine Mediation habe schon im August gezeigt, dass eine weitere Zusammenarbeit mit Zumthor nicht mehr möglich sei, schreibt der Verwaltungsrat in seinem Communiqué. Konkret geht es dabei um die Renovation und den Ausbau von Bad und Hotel. Die „öffentliche Darstellung“, Zumthor sei der Garant für Qualität und Kultur der Anlage, sei nicht nachvollziehbar. Damit bricht nun schon die zweite Führungsmannschaft mit dem Thermenvater. Vor rund zwei Jahren hatte der damalige Verwaltungsrat bereits wegen „schwieriger Zusammenarbeit“ alle Verträge mit Zumthor gekündigt. Der aktuelle Verwaltungsrat hatte die Gespräche mit dem Stararchitekten wieder aufgenommen – aber offenbar erfolglos.

„Wenn ich einmal etwas gemacht habe, dann kümmere ich mich darum“

Ursache für das Zerwürfnis zwischen dem Verwaltungsrat und Zumthor waren die aktuellen Finanzprobleme des Bades oder vielmehr der Gemeinde: Seit ihrer Eröffnung 2006 frönen nicht nur Wellnessbegeisterte sondern vor allem Architekturinteressierte in der Valser Therme dem Badevergnügen und ihrer archaisch anmutenden Architektur. Doch mittlerweile herrscht Sanierungsbedarf, vor allem was das Hotel betrifft. Und die Gemeinde, der das Bad gehört, kann die nötigen Millionen dafür nicht aufbringen. Sie sucht darum schon länger einen Investoren. Im September unterbreitete ihr der Churer Unternehmer Remo Stoffel ein Angebot für die Therme. Er will sie samt Hotel und dazugehörigen Appartementhäusern übernehmen und rund 50 Millionen in die Anlage investieren. Dieses Unterfangen ist in Vals allerdings umstritten. Denn die Gemeinde soll gerade mal eine Million Franken von Stoffel für das Architekturjuwel erhalten - zu wenig, finden die Kritiker. Sie befürchten überdies, dass es Stoffel nur um ein Investitionsgeschäft geht und nicht um ein langfristiges Engagement.
 
In der Folge kündigte Zumthor vergangene Woche in der Nachrichtensendung „10 vor 10“ an, um die Therme mitbieten zu wollen. Er werde versuchen, kulturell interessierte Liebhaber als Investoren zu finden. Im passt unter anderem nicht, dass dort nun gebaut werden soll. „Wenn ich einmal etwas gemacht habe, dann kümmere ich mich darum“, erklärte er gegenüber „10 vor 10“ sein Engagement. Das letzte Wort im Ringen um die Zukunft von Vals grossem Gästemagneten werden aber die Stimmbürger haben. Die Gemeindeversammlung soll entscheiden, ob und an wen das Bad verkauft wird. (mai/sda)
 
Die Reportage von „10 vor 10“ sehen sie hier: www.tageschau.sf.tv