Designermöbel aus dem Bastelkeller

Designermöbel aus dem Bastelkeller

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Teaserbild-Quelle: Le Van Bo
Mit der Hartz-IV-Möbelserie erregt der Berliner Architekt Le Van Bo weltweit grosse Aufmerksamkeit. Sein Ziel: Denjenigen, denen auch die Ikea zu teuer ist, zu schönen Möbeln verhelfen.
Le Van Bo
Quelle: 
Le Van Bo
Mit seiner Hartz-IV-Möbel-Kollektion will der Architekt Le Van Bo Menschen Mut machen.
 
Dass guter Geschmack nicht vom Geldbeutel abhängt, beweist zurzeit ein junger Architekt in Berlin. Le Van Bo, ein ehemaliges Flüchtlingskind aus Laos, hat Möbel zum selber bauen entworfen, die sich auch Arbeitslose leisten können, und schick aussehen. Die Idee dafür kam ihm bei einem Tischler-Kurs an der Volkshochschule. Dort baute Le Van Bo seinen ersten Stuhl, mit einem Materialwert von gerade mal 24 Euro. Ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen, stellte Le Van Bo das Foto ins Internet, worauf er mehrere Anfragen nach dem Bauplan erhielt. Rund 2000 Mal hat er diesen nun verschickt, in Ländern wie Deutschland, USA und Japan. Damit war die Idee nach den selber gebauten Möbeln geboren. Neben dem Stuhl hat Le Van Bo auch einen Küchenstuhl, ein Bettsofa, einen Tisch und einen Berliner Hocker, der gleichzeitig als Regal fungiert, entworfen. Der Materialwert beträgt zwischen 10 und 300 Euro, je nach Modell und Ausführung.
 

Nicht ganz umsonst

Die Kollektion hat Le Van Bo auf den Namen Hartz-IV-Möbel getauft. Er will damit zeigen, dass Stil keine Frage des Geldes ist, sondern eine des guten Geschmacks. Und zwar, weil sich jeder schöne Möbel aus hochwertigen Materialien leisten kann. Einzige Voraussetzung: Man baut sie sich selbst. Und spart somit Geld.
 
Ganz umsonst lässt Le Van Bo seine Baupläne jedoch nicht zirkulieren. Wer seine Entwürfe will, muss sich ein paar Fragen gefallen lassen. Diese drehen sich um die Motivation und Wohnort. Ausserdem bittet der ehemalige Rapper und Graffiti -Artist seine Kunden, ein Foto des Möbels und / oder einen Erfahrungsbericht zu senden.

 

Leben selbst in die Hand nehmen

Seine Idee sieht der junge Berliner jedoch nicht nur als eine künstlerische Aktion, sondern auch als soziales Projekt. Als ehemaliges Flüchtlingskind weiss Le Van Bo nämlich, wie es ist, auf Sozialleistungen angewiesen zu sein. Unter dem Motto „Konstruieren statt Konsumieren“ hat er die Möbel zum selber bauen gestellt. Und damit will er den Menschen aus ärmlichen Verhältnissen Mut machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich auch mit geringen Mitteln eine gute Lebensqualität zu schaffen. „Denn wer einmal ein Möbelstück selbst gebaut hat, nimmt den Stolz aus diesem Erfolgserlebnis mit und profitiert auch in anderen Lebensbereichen von dieser Erfahrung“, so Le Van Bo. (ffi/mgt)