Der Vortrieb kann beginnen

Der Vortrieb kann beginnen

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Teaserbild-Quelle: Alptransit
Der Bau des Ceneri-Basistunnels rückt näher: Am 20. Oktober haben die Alptransit Gotthard AG und die Arbeitsgemeinschaft Consorzio Condotte Cossi in Bellinzona den entsprechenden Werkvertrag unterschrieben. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund eine Milliarde Franken.
 
 
Das Castelgrande in Bellinzona bot ohne Zweifel die ideale Kulisse für den historischen Akt, der sich am 20. Oktober in der Sala Arsenale abspielte. Die Feierlichkeiten, zu denen die Alptransit Gotthard AG (ATG) die Medien einberufen hatte, drehten sich um rund zwei Dutzend blaue Ordner. So umfangreich ist nämlich der Werkvertrag, der zwischen der ATG und der italienisch-schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Consorzio Condotte Cossi unterzeichnet worden ist zum Bau der beiden 15,4 Kilometer langen Tunnelröhren unter dem Monte Ceneri.
 
Als historisch kann die Unterzeichnung des Vertragswerks nicht nur deshalb bezeichnet werden, weil es sich um das – vorläufig - letzte grosse Baulos (Los 852) der neuen Gotthardachse handelt und ein Auftragsvolumen von rund einer Milliarde Franken umfasst. Historisch ist das Vorhaben auch deshalb, weil zum ersten Mal in der jahrhunderte alten Geschichte des Gotthardverkehrs der 554 Meter hohe Monte Ceneri – kein Berg, sondern ein Pass - unterquert werden soll, um die geplante Flachbahn zwischen der Poebene und dem Schweizerischen Mittelland zu verwirklichen. Nach dem Gotthard- sowie dem Lötschberg-Basistunnel ist der Ceneri das drittgrösste Tunnelprojekt der Schweiz.
 
«Mit der Unterzeichnung dieses Vertrages fängt auch am Ceneri-Basistunnel die Phase der eigentlichen Vortriebsarbeiten an», sagte Renzo Simoni, Vorsitzender der ATG-Geschäftsleitung anlässlich der Vertragsunterzeichnung und ergänzte: «Die Ampeln stehen voll auf Grün. Die Vision einer Flachbahn durch die Alpen rückt immer näher!»
 
Die Arbeiten am Ceneri-Basistunnel zwischen Camorino bei Bellinzona und Vezia bei Lugano umfassen primär den Vortrieb der beiden Einspurröhren des Basistunnels ab dem Zwischenangriff Sigirino in Richtung Norden und Süden. Ende November werden die ersten Baustellenareale an die Arbeitsgemeinschaft Condotte Cossi übergeben. Mit den Arbeiten Untertag und dem Tunnelvortrieb wird Anfang 2010 begonnen. Der Vortrieb soll 2015 abgeschlossen sein. Danach wird die Bahntechnik installiert. Der Fahrplanmässige Betrieb durch den Ceneri-Basistunnel soll Ende 2019 aufgenommen werden. (md/atg)