Der Schweizerhof treibt es der Stadt Luzern zu bunt

Der Schweizerhof treibt es der Stadt Luzern zu bunt

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Streit zwischen der Stadt Luzern und dem Fünf-Sterne-Hotel Schweizerhof: Den städtischen Baubehörden passen die bunt beleuchteten Fenster nicht, weil sie nicht im Einklang mit dem Plan Lumiére stehen, der nur warm-weisses Licht erlaubt. Nachdem sie dem nachträglichen Baugesuch eine Absage erteilt haben, zieht das Hotel den Entscheid der Stadt nun  weiter und verlangt eine juristische Beurteilung.

Die Besitzerfamilie reichte deshalb diese Woche Verwaltungsbeschwerde beim Luzerner Kantonsgericht ein, wie Schweizerhof-Mitbesitzer Patrick Hauser am Freitag mitteilte. Konkreter Anlass für den Disput:  die Vorrichtungen im Innern der Hotelzimmer mit Blick auf den Vierwaldstättersee, welche seit 2014 die Fenster in den Farben Rot, Blau, Grün und Gelb erscheinen lassen. Doch die auffälligen Lichter passen der Stadtregierung nicht ins Beleuchtungskonzept. Zumal der Plan Lumière für Gebäude kein farbiges sondern nur eine warm-weisse Beleuchtung zulässt.

Nach Ansicht der Behörden widersprechen die bunten Fensterlichter des Hotels deshalb den Beleuchtungsvorschriften. Die Beleuchtung habe Aussenwirkungen auf das Ortsbild und das denkmalgeschützte Gebäude habe, heisst es bei der Baudirektion. Dafür sei eine Bewilligung notwendig. Derweil wollen sich die Hoteleigentümer bei Gestaltungsfragen im Innern des Hotels nicht hineinreden lassen. Sie sind der Überzeugung, dass die realisierte Beleuchtung im Innern der Hotelzimmer den Reglementen der Stadt nicht widerspricht und dass es daher dafür auch keine Baubewilligung braucht.

Behördenposse oder Wildwuchs?

Die Stadt hatte das Baugesuch für die farbigen Fenster nachträglich verlangt. Im Frühjahr hatten die Hotelverantwortlichen dieses widerwillig eingereicht. Und Anfang Juli lehnte der Stadtrat dieses schliesslich ab.

In Luzern scheiden sich die Geister an den farbigen Fenstern. Während sich die einen über eine Behörden-Posse ärgern und an der Abwechslung im Stadtbild erfreuen, sind die anderen gegen derlei Ausnahmen, weil sie Nachahmungstäter und einen Wildwuchs befürchten. Auf Anerkennung war das bunte Licht übrigens auch bei der Schweizer Tourismusbranche gestossen: Das Zimmerkonzept mit der Beleuchtung wurde im Dezember 2014 mit dem schweizerischen Tourismuspreis „Milestone“ als herausragendes Projekt ausgezeichnet. (mai/sda)