Der Countdown läuft…

Der Countdown läuft…

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Teaserbild-Quelle: Alptransit
Gibt es keine Komplikationen, erfolgt am 15. Oktober zwischen Sedrun und Faido der Hauptdurchschlag zum Gotthard Tunnel. Die Vortriebsarbeiten zum Durchstich des 57 Kilometer langen Gotthardbasistunnels seien auf Kurs, teilt die Alptransit mit. Es verbleiben 217 Meter, die in der Oströhre noch ausgebrochen werden müssen.
 
Alptransit
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Alptransit
Einbau von Stahlbogen an der Tunnelbrust bei Sedrun.
 
Der Countdown zum Durchschlag des längsten Tunnels der Welt läuft. Die Durchschlagstelle befindet sich 27 Kilometer vom Nordportal in Erstfeld UR und 30 Kilometer vom Südportal in Bodio TI entfernt. Und sie liegt 2500 Meter unter dem Piz Vatgira, der höchsten Überlagerung auf der gesamten Tunnelstrecke. Geschieht nichts Unvorhergesehenes, rechnet die Alptransit damit, dass der Durchschlagtermin eingehalten wird. Man werde weiterhin sorgfältig und sicher arbeiten und werde sich durch den vorgesehenen Termin von Mitte Oktober nicht unter Druck setzen lassen, sagte ATG-Chef Renzo Simoni gab an der Medienkonferenz der Alptransit.

Durchschlag der Weströhre im Frühling

Voraussichtlich soll der Gotthardbasistunnel 2017 in Betrieb genommen werden. Während der erste Durchschlag nun demnächst in der Oströhre erfolgt, ist der Durchstich in der Weströhre für Frühling 2011 angesetzt. Beim Durchschlag gehe es vorerst um ein Fest für die Mineure, sagte Simoni. Diese feiern in Faido TI und Sedrun GR. Weil Zugangskapazität und Platzverhältnisse im Tunnel beschränkt sind, können nur 200 Personen den Akt vor Ort verfolgen; unter ihnen Verkehrsminister Moritz Leuenberger mit einem seiner letzten Auftritte als Bundesrat. - Allerdings wird der Durchschlag vom Deutschchweizer, Westschweizer und Tessiner Fernsehen live übertragen. Weitere Feiern finden im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) sowie für die Bevölkerung in Erstfeld, Sedrun und Bodio statt. Es wird mit gegen 3500 Personen - Bevölkerungsfeste nicht eingeschlossen - an den offiziellen Feiern gerechnet.

Volker Hesse und Roman Signer

Auch die Kunst setzt Akzente beim Durchschlag des Weltrekordtunnels. Bundesrat Leuenberger hat den Regisseur Volker Hesse um eine künstlerische Inszenierung gebeten. Es sei bewegend, was da tief im Berg vor sich gehe, sagte er. Das Erlebnis sei so stark, dass man nicht mit kleinen Sketches oder sprachlichem Firlefanz operieren könne. Hesse verspricht eine optisch-akustische Installation zum Umgang des Menschen mit dem Stein. Für das Projekt konnte die die Musiker Töbi Tobler, Christian Zehnder und Norbert Möslang gewinnen, den Steinklangkünstler Arthur Schneiter, den Fotografen Angel Sanchez, den Lichtspezialisten Rolf Derrer. Sin die Ehrengäste nach dem Durchschlag am Nachmittag dann wieder aus dem Tunnel geklettert, empfängt sie der Künstler Roman Signer in Sedrun mit einer Sprengaktion.
 
Die Kosten für die Durchschlagfeier beziffert ATG-Chef Renzo Simoni mit zwei Millionen Franken. Die am Bau beteiligten Unternehmen und die ATG beteiligen sich daran je zur Hälfte. (sda)