Der Bauboom geht zu Ende

Der Bauboom geht zu Ende

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BAKBasel prognostiziert für die Jahre 2015 und 2016 einen deutlichen Rückgang (1,9/1,3 Prozent) der Bautätigkeit – vor allem im Wohnbau. Als Gründe hierfür werden etwa die Zweitwohnungs- und die Masseneinwanderungs-Initiative sowie der starke Franken genannt.

Nach dem Rekordjahr 2014 wird sich die Baukonjunktur dieses und nächstes Jahr abschwächen. Dies geht aus einer Mitteilung von BAKBasel hervor. Das Forschungsinstitut hat seine Hochbauprognose für die Jahre 2015 bis 2021 herausgegeben. Demnach ist vor allem im Wohnbau mit einem „kräftigen Rückgang“ der Bauaufwendungen zu rechnen. „Die Auswirkungen der Zweitwohnungsinitiative werden den Wohnungsneubau im Alpenraum bremsen“, heisst es. Aber auch in anderen Schweizer Regionen geht BAKBasel von einer Abkühlung aus – sowohl im Neubau- als auch im Umbausegment. Beim Einfamilienhaus-Bau wird mit einem stärkeren Minus als im Mehrfamilienhaus-Bau gerechnet.

Zu viele Büros

Auch für den Betriebsbau prognostiziert das Institut „bescheidene Aussichten“. Unsicherheitsfaktoren wie der starke Franken und die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative (MEI) dämpften die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und reduzierten die Attraktivität der Schweiz für Neuansiedlungen. BAKBasel schreibt: „In den letzten Quartalen war ein deutlicher Rückgang des bewilligten Bauvolumens zu verzeichnen, was 2015 und 2015 zu einer sinkenden Bautätigkeit führen dürfte.“ Vor allem im Büro- und Verwaltungsbau sei mit einem Rückgang der Bauaufwendungen zu rechnen, da nach der starken Angebotsausweitung der Jahre 2008 bis 2012 Überkapazitäten bestünden.

Infrastrukturbau als Stütze der Baukonjunktur

Für den Infrastrukturbau sieht es rosiger aus. Er sei eine Stütze der Baukonjunktur. Vorlaufende Indikatoren wie Bewilligungen und Gesuche deuten laut BAKBasel für 2015 nochmals auf ein schwungvolles Wachstum hin. Ausserdem seien insbesondere im Neubausegment Impulse durch neue Grossprojekte zu erwarten. Als dämpfenden Faktor sieht das Institut die angespannte Finanzlage (und die daraus folgenden Sparmassnahmen) einiger Kantone. „Doch aufgrund der verhaltenen Entwicklung der Bautätigkeit im Infrastrukturbau in den 2000er-Jahren hat sich in vielen Regionen ein beträchtlicher Investitions- und Sanierungsbedarf angestaut, der trotz der angespannten Finanzlage in den nächsten Jahren nach und nach abgebaut werden dürfte.“

Es wird wieder besser

Insgesamt prognostiziert BAKBasel für das laufende Jahr einen Rückgang der realen Bauaufwendungen um 1,9 Prozent und für 2016 eine Abnahme um 1,3 Prozent. Danach soll es aber wieder bergauf gehen: von 2017 bis 2021 um 1,3 Prozent pro Jahr. Die Aussichten für Umbauten und Renovationen seien dabei besser als im Neubaubereich. Als Grund nennt das Institut das hohe Durchschnittsalter des Wohngebäudebestands in der Schweiz und der damit verbundene Sanierungsbedarf. (mt/pd)