Denkmalschutz für Luzerns Zentral- und Hochschulbibliothek

Denkmalschutz für Luzerns Zentral- und Hochschulbibliothek

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Eine unrühmliche Geschichte findet ihr definitives Ende: Dieser Tage wurde die Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek unter Denkmalschutz gestellt. Zuerst hätte sie saniert werden sollen, dann entschied sich der Kanton für einen Neubau. Weil der Souverän diesen aber ablehnte, wird die Bibliothek nun doch saniert.

Der schlichte Bau aus der Feder von Otto Dreyer zählt zu den wichtigsten Profanbauten der Spätmoderne in der Stadt Luzern: die Zentral- und Hochschulbibliothek beim Vögeligärtli. Zwar wird sie schon länger im Inventar Schweizerischer Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgeführt, unter Denkmalschutz stand sie aber nicht. Das hat sich nun geändert: Dieser Tage wurde die Bibliothek ins Kantonale Denkmalschutzverzeichnis aufgenommen. Dies teilte die Luzerner Staatskanzlei mit. Nachdem sämtliche Beschwerden gegen die Unterschutzstellung zurückgezogen worden seien, sie sie nun rechtskräftig.

In den letzten beiden Jahren hatte der Bau für heftige Diskussionen gesorgt: Im Frühling 2013 entschied der Kantonsrat die Bibliothek nicht wie ursprünglich geplant zu sanieren –2007 hatten Lussi + Halter den Studienauftrag zur Sanierung gewonnen –, sondern völlig neu zu bauen. Im neuen Komplex hätten Wohnungen den Neubau querfinanzieren sollen. Zudem hätte auf dem Grundstück der Bibliothek das Kantonsgericht noch einen Neubau erhalten sollen. Schliesslich wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

BSA und SIA wehrten sich gegen Neubau

Doch der Kanton hatte die Rechnung ohne die Verbände gemacht. Die Ortsgruppe Zentralschweiz des BSA rief dazu auf, den Wettbewerb zu boykottieren. Während der Innenstadt ein wertvolles und funktionierendes Ensemble weggenommen werden solle, werde die Chance verpasst, durch öffentliche Investitionen Qualität zu schaffen, wo sie fehlte in den bisher vernachlässigten künftigen Brennpunkten der Stadtentwicklung in Stadt und Agglomeration, schrieb der BSA damals in seinem Aufruf. Die freiräumlichen Qualitäten des Vögeligärtli für Luzern seien unabdingbar, es sei falsch Innenstädte umzupflügen, während die Quartiere und Agglomerationen vernachlässigt würden. Derweil forderte der SIA in einem offenen Brief an den Luzerner Kantonsrat einen Wettbebwerbstopp. Gegen einen Neubau wehrten sich auch der Heimatschutz und die Denkmalpflege.

Schliesslich kam eine Initiative zur Rettung der Zentralbibliothek zustande, das Stimmvolk sagte im September deutlich Ja zur Bibliothek. Das Kantonsparlament fügte sich darauf dem Entscheid und sprach sich Anfang Jahr  für eine weitere Planung der Sanierungsarbeiten aus. In der Folge wurde das „alte“ Sanierungsprojekt wieder aus der Schublade genommen.  Es erfülle nach wie vor die betrieblichen Anforderungen der ZHB und die Vorgaben des Denkmalschutzes, teilt die Staatskanzlei dazu mit. Das Vorhaben sei mit den planungsrechtlichen Vorgaben vereinbar und bewilligungsfähig. Nun prüft die Dienststelle Immobilien mit den Nutzern das Vorhaben, aktualisiert die Kosten und passt den Terminplan an. Der Regierungsrast will dem Kantonsrat Mitte Jahr eine Botschaft zur Genehmigung des Projektes vorlegen. (mai)