Denkmalpreis für den Blauen Pfeil

Denkmalpreis für den Blauen Pfeil

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Der sorgfältig restaurierte Pfeil erhält den Denkmalpreis 2015.

Der Blaue Pfeil der BLS wurde mit Denkmalpreis der Konferenz der Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger (KSD) ausgezeichnet.

Der sorgfältig restaurierte Pfeil erhält den Denkmalpreis 2015.

Er gilt als technische Pionierleistung: Der Blaue Pfeil mit Baujahr 1938 ist Lokomotive und Personenwagen in einem und gilt darum als Vorläufer der heutigen S-Bahn- und Regionalverkehrszüge.  Bis 1983 war er auf BLS-Strecken unterwegs,  und bis 1999 verkehrte er auf dem Netz der Sensethalbahn. Als dem letzten erhaltenen Fahrzeug  der Serie das Ende drohte, wurde es vom Tramverein Bern gerettet.  Schliesslich erwarb es die BLS-Stiftung im 2011 und restaurierte den letzten Blauen Pfeil. Seither ist er für Charter- und Publikumsfahrten unterwegs.

Technische Pionierleistung

Der Blaue Pfeil der BLS ist eine technische Pionierleistung: Der Leichttriebwagen mit Baujahr ist Lokomotive und Personenwagen in einem und gilt als Vorläufer der heutigen S-Bahn- und Regionalverkehrszüge. Zudem ist er der letzte von drei Doppelpfeilen, welche die BLS von der Sécheron SA in Genf und der Schweizerischen Industrie-Gesellschaft Neuhausen konstruieren liess. An der Landi von 1939 er der breiten Öffentlichkeit vorgestellt; Er galt damals als technische Innovation. Dies, weil der Zug in der Schweiz zu den ersten Triebwagen mit selbsttragenden Wagenkästen gehörte und darum sehr leicht gebaut war: So hatte man etwa Nieten mit Schweissnähten ersetzt, was zu einer massiven Gewichtsreduktion führte. Er war damit gewissermassen ein Low-Budget-Zug mit um 50 Prozent tieferem Fahrzeuggewicht pro Sitzplatz und entsprechend tiefen Kosten für die elektrische Antriebsenergie.

Wegen der ausgefallenen Platzierung der Transformatoren auf dem Dach liess sich der gesamte Innenraum für Passagiere sowie für den Transport von Post, Gepäck und sogar von Häftlingen nutzen. Der Zug wurde zudem mit sehr grossen Fenstern gebaut – ähnlich wie die heutigen Panoramazüge. Zudem gefiel das Transportmittel gefiel wegen seines dunkelblauen Anstriches und seiner laut BLS „windschnittigen Form“.  

Wie ein Gebäude restauriert?

Restauriert wurde der Blaue Pfeil übrigens in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und nach demselben denkmalpflegerischen Grundsatz wie er für Gebäude gilt. Denn die Eisenbahngesetzgebung sieht vor, dass historische Fahrzeuge entsprechend den Bestimmungen der historischen Inbetriebsetzung des Fahrzeuges wieder als Charterfahrzeug eingesetzt werden können sollen. Es ging vor allem um den Erhalt der historischen Substanz und nicht um eine grundsötzliche Rekonstruktion. So  sieht die Bahn Innen nicht mehr ganz genau so aus wie einst:  Zwischen den Bänken wurden wegnehmbare Tische eingebaut.  Derweil entspricht ihr Äusseres im  wesentlichen dem Zustand von 1938. Die 1985 eingeschweissten Abrundungen der Fenster wurden entfernt. Damit sie die strenge Eckigkeit im Stil der neuen Sachlichkeit wieder hergestellt, so die BLS. (mai)