Definitiv: Keine Verhandlungen auf dem Bau

Definitiv: Keine Verhandlungen auf dem Bau

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Der Baumeisterverband hat heute einstimmig beschlossen, die laufenden Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften abzubrechen – und zwar definitiv. Die Unia ist nicht einverstanden und hat erneut zum Verhandeln aufgefordert.

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Wie es in einer Mitteilung des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) heisst, hat der Zentralvorstand einstimmig beschlossen, die laufenden Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften Unia und Syna abzubrechen. „Der Verband ist nicht bereit, weiter zu verhandeln, solange die Unia mit ihrer sogenannten Fachstelle Risikoanalyse eigenhändig und unilateral Baufirmen überprüft.“  Mit dieser Fachstelle können Subunternehmen beurteilt werden. Der Knackpunkt für den SBV liegt darin, dass dabei Informationen aus den Paritätischen Kommissionen verwendet werden. Diese Kommissionen bestehen aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und überwachen die Einhaltung von Gesamtarbeitsverträgen. Der Baumeisterverband ist der Meinung, dass diese Fachstelle die gemeinsame paritätische Kontrolle der gesamtarbeitsvertraglichen Arbeitsbedingungen unterläuft und so die „bewährte Sozialpartnerschaft untergräbt“.

Darum solidarisiert sich der SBV nun mit einer Allianz von 15 Branchen des Ausbaugewerbes, die die Fachstelle Risikoanalyse in einem gemeinsamen Brief an die Unia ebenfalls als Angriff auf die Sozialpartnerschaft werten.

„Verhalten ist unverständlich“

Die Unia ist mit dem Verhandlungsabbruch nicht einverstanden und hat den SBV erneut zum Verhandeln aufgefordert. Das Verhalten der Arbeitgeber sei unverständlich und respektlos gegenüber allen Bauarbeitern, sagte Nico Lutz, Leiter des Sektors Bau der Unia, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. „Die Baumeister sind aufgrund des Landesmantelvertrags verpflichtet, Lohnverhandlungen zu führen.“

Die Kritik an der Fachstelle kann die Unia nicht nachvollziehen. Denn: Informationen über ein Unternehmen könnten nur mit dessen Einwilligung bei einer Paritätischen Kommission eingeholt werden, so Lutz. „Das ist nur ein Vorwand der Baumeister, um nicht verhandeln zu müssen.“ (pd/mt)