Davos: Chalet für 100‘000 Franken pro Woche

Davos: Chalet für 100‘000 Franken pro Woche

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Wer ans WEF nach Davos geht, muss das ganz dicke Portemonnaie mitnehmen. Denn in diesen Tagen muss man für eine Wohnmöglichkeit schon mal sechsstellige Summen hinblättern.

Ok, die Schweiz ist eine Hochpreis-Insel. Wir wissen auch, dass unsere Mieten höher sind, als es manchem Geldbeutel gut tut. Aber für ein Dach über dem Kopf gleich sechsstellige Summen – pro Woche! – hinblättern? Ja, das geht. Zumindest in Davos GR. WEF heisst das Zauberwort. Dieses Jahr öffnet das World Economic Forum seine Tore am morgigen Mittwoch. Im ansonsten beschaulichen Feriendorf herrscht dann Ausnahmezustand – nicht nur, was die Sicherheit anbelangt.

Wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt, reisen viele Einheimische während des WEF in die Ferien, um dem Rummel zu entgehen. Ihre Wohnungen vermieten sie dann. Wer keine grossen Ansprüche habe, finde ab 3000 Franken pro Woche etwas, sagt Christian Markutt, der im Auftrag der Besitzer während des WEF rund 150 Wohnungen vermietet. Sie gehören sowohl Einheimischen als auch Nicht-Einheimischen, die in Davos eine Ferienwohnung ihr Eigen nennen. Eine Luxuswohnung kann bis zu 50‘000 Franken kosten, ein Chalet auch mal 100‘000. Wie es heisst, nennen andere Anbieter und Agenturen hinter vorgehaltener Hand noch viel höhere Preise: bis zu 250‘000 Franken.

Markutt gibt zu bedenken, dass gerade teure Liegenschaften in der Regel nicht nur während einer Woche belegt sind. Für Vorbereitungen und die Ausstattung würden diese oft schon im Voraus angemietet. Nach dem WEF brauche es dann noch einmal Zeit für Aufräumarbeiten und Reinigung. Auch bei günstigeren Wohnungen sei zudem ein umfassender Service im Preis eingeschlossen, der zum Beispiel Wäsche, Zwischen- und Endreinigung umfasse.

Sorge um Davoser Image

Trotzdem: Sechsstellige Summen für eine Woche (oder auch mehrere) sind selbst für die teure Schweiz heftig. So sorgt sich denn auch die Tourismusorganisation Destination Davos Klosters um das Image des Ortes. Die horrenden Preise könnten ein falsches Bild vermitteln, sagt Sprecher Nuot Lietha gegenüber der SDA. „Wenn nicht gerade WEF ist, kann man in Davos nämlich preiswert übernachten.“

Auch das WEF selbst hat kein Interesse daran, dass die Teilnehmer Fantasiepreise für ein Bett hinblättern müssen. Am Jahrestreffen nähmen Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft oder der Medien teil, sagt Kommunikationschef Adrian Monck. Diese wollten eine Übernachtungsmöglichkeit zu vernünftigen Preisen.

Die weisse Liste

Deshalb wurde vor zwei Jahren die Initiative „Spirit of Davos Partners“ lanciert. Wer auf dieser weissen Liste steht, verpflichtet sich, während des WEF keine Wucherpreise zu verlangen. Der maximal zulässige Aufschlag beträgt zehn Prozent auf den höchsten Saisonpreis, erklärt Lietha. Das sei gerechtfertigt, weil das WEF für die Anbieter auch einen Mehraufwand bedeute.

Auftrags-Vermieter Markutt hält nichts von dieser Liste. Es sei zwar unschön, wenn gewisse Hotels und Wohnungsvermieter völlig übersetzte Preise verlangten. Doch letztlich gehe es um Angebot und Nachfrage. Das wüssten gerade jene WEF-Teilnehmer, die sich täglich am Markt bewegten. (sda/pd/mt)