Datenplattform soll Baustellen-Kontrollen erleichtern

Datenplattform soll Baustellen-Kontrollen erleichtern

Gefäss: 

Um besser kontrollieren zu können, wo welche Arbeiter auf Baustellen beschäftigt sind und so Missbräuchen einen Riegel zu schieben, setzt der Schweizerische Baumeisterverband auf ein neues Branchen-Kontrollsystem namens «Informationssystem Allianz Bau».

«Die grösste Schwierigkeit bei der Kontrolle von Baustellen, auf welchen verschiedenste Unternehmen tätig sind, ist oft die verlässliche Feststellung der Identität der Arbeitenden», schreibt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in einer Mitteilung. Deshalb fördert er die Einführung einer neuen Datenplattform. Im «Informationssystem Allianz Bau» können Angaben zur Person, dem Arbeitgeber und weitere Infos über die Arbeits- Lohnsituation eingespeist und abgerufen werden. Der erfasste Arbeiter erhält einen Ausweis, den er auf der Baustelle auf sich tragen muss. Dies erlaube es den Kontrolleuren der paritätischen Kommissionen und der Arbeitsinspektorate, ihre Abklärungen im Hinblick auf allfällige Unregelmässigkeiten rasch und unkompliziert vorzunehmen, heisst es. Ausserdem könnten Arbeitgeber und Bauherren jederzeit verlässliche Erstkontrollen auf ihren Baustellen vornehmen. «Allein damit wird der grösste Teil allfälliger Missbräuche bereits verhindert», so SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi.

Damit das neue System auch realisiert wird, hat der SBV die wichtigsten Akteure der Schweizer Bauwirtschaft an einen Tisch geholt: Branchenverbände des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes, die Generalunternehmer, die Gewerkschaften Syna und Baukader Schweiz sowie die öffentlichen Bauherren und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Verlaufe alles plangemäss, soll ein Pilotprojekt im Verlauf des kommenden Jahres starten, ergänzt SBV-Sprecher Matthias Engel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Ziel sei es, 2018 das System schweizweit zu lancieren.

Die Tessiner Sektion des Baumeisterverbands möchte sich als Pilotkanton zur Verfügung stellen. Angesichts seiner geografischen Lage sei das Tessin bekanntermassen mit problematischen Situationen im Rahmen seiner Kontrollen konfrontiert, sagt Mauro Galli, Präsident des Tessiner Baumeisterverbands, laut Mitteilung. Ob das Tessin tatsächlich das System testet, wird derzeit laut Engel noch geprüft. (pd/mt)