Das Schweigen der Stadtbauten Bern

Das Schweigen der Stadtbauten Bern

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Der Streit um den geplanten Feuerwehrstützpunkt in Bern nimmt eine peinliche Wende: Während die Berner Stimmberechtigten im Februar 2008 einen Kredit von 35 Millionen Franken für das Projekt absegneten, wussten die Stadtbauten offenbar bereits, dass der Bau massiv teurer werden würde.
 
Erst 2009 war es soweit: Im Juni teilten die Stabe mit, dass der Feuerwehrstützpunkt 54 Millionen kostet. Zwar wurden Fehler seitens der Stabe eingestanden, den Schwarzen Peter für das Kostendebakel schob man aber dem Architekten Ralph Baenziger zu. Man kündigte dem Architekten und entzog im somit die Realisierung des Projektes und schrieb dessen Weiterführung neu aus. Baenzige focht die Ausschreibung an und stellte die zudem mit einer zivilrechtlichen Klage Schadenersatzforderungen von 1,2 Millionen Franken. Der Entscheid steht noch aus.
 
Derweil wartet Baenziger gegenüber der Online-Ausgabe „Berner Zeitung“ mit interessanten Details auf: Dass die Kosten massiv höher werden, war laut Baenziger den Stabe nämlich schon vor der Abstimmung klar. Dies belegen überdies Unterlagen, die der „Berner Zeitung“ vorliegen. Die Stabe waren damals auf einen Betrag von 48,15 Millionen Franken gekommen. Bis heute hätten die Stabe diese Zahlen vor der Öffentlichkeit verheimlicht, heisst es weiter. Ralph Baenziger sei in seinem eigenen Vorprojekt auf ein Resultat in derselben Grössenordnung gekommen. Man habe die Stabe darauf hingewiesen. Wider besseren Wissens hätten sie die 35 Millionen in der Abstimmungsbotschaft belassen.
 
Dass die Stabe intern eine Kostenschätzung erstellt hatten, wusste allerdings Baenziger damals nicht. Als er von der Kostenschätzung erfuhr und die Verantwortlichen damit konfrontierte, erklärte der Projektleiter per Mail, es handle sich um eine Grobkosteneinschätzung für die Investitionsplanung, erstellt Ende 2007. Daraus zieht Baenziger den Schluss, das die Stabe die Kosten absichtlich tief halten wollten, um das Projekt problemlos durch den Abstimmung zu bringen. Zumal die damalige Sicherheitsdirektorin Barbara Hayoz laut „Berner Zeitung“ verlangte, dass die Gesamtkosten für das die Gesamtinivestionen nicht übersteigen dürfe. (mai)