Das Kolosseum wird restauriert

Das Kolosseum wird restauriert

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In den letzten Jahrzehnten hat das Kolosseum stark unter Zerfallserscheinungen gelitten. Nun soll das Wahrzeichen Roms endlich saniert und restauriert werden. Möglich macht dies eine Spende über 25 Millionen Euro des Schuh- und Handtaschen-Fabrikanten Diego de la Valle.
 
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Das Kolosseum wird etappenweise saniert und restauriert.
 
Während das Monument immer baufälliger wird, steigen die Besucherzahlen an: Im vergangenen Jahrzehnt stieg sie von Million auf sechs Millionen pro Jahr an. Der marode Zustand des Amphitheaters geriet im Mai 2010 in die Schlagzeilen, als grosse Stücke Mörtel und Kalk von den Mauern brachen. Das italienische Kulturministerium hatte daher im August eine Ausschreibung gestartet, bei der private Investoren aufgerufen wurden, die Instandsetzungskosten für das Kolosseum zu übernehmen.
 
Die Sanierung geschieht etappenweise: Gearbeitet wird insgesamt an acht Baustellen von denen nicht mehr als jeweils drei gleichzeitig betrieben werden sollen, um Besuchern auch während der Arbeiten den Zutritt zum Kolosseum zu ermöglichen. Die Arbeiten auf jeder der Baustellen nehmen zwischen zwei und drei Jahre in Anspruch. Zunächst solle an drei Orten gleichzeitig begonnen werden, erklärt der Leiter der archäologischen Stätten in Rom, Roberto Cecchi. Nach Abschluss der Arbeiten werde sich das für die Touristen zugängliche Areal um 25 Prozent vergrössert haben, sagte Cecchi.
 
Wie Roberto Cecchi betont, darf der Sponsor mit seinem Engagement für das historische Bauwerk werben, aber keine Werbung am Kolosseum anbringen. „Das Kolosseum gehört allen Italienern. Wir werden nie zulassen, dass es jemand durch eine Werbekampagne verunstaltet“, so Cecchi. (mai/sda)
 
 

Geschichte

Nach zwei zur Hauptsache aus Holz gebauten Vorgänger-Amphitheatern wurde mit dem Bau des Kolosseums unter Kaiser Vespasian, 72 n. Chr. begonnen. Um 80 n.Chr. wurde es mit hundertägigen Spielen eingeweiht, unter anderem mit einer Seeschlacht, Gladiatorenkämpfen und Tierhetzen. Laut Inschriften wurde es mit der Beute aus dem jüdischen Krieg finanziert, unter anderem mit dem Schatz des Tempels von Jerusalem. Die Aussenmauern bestehen aus Römischem Travertin, das Innere wurde mit den „billigerem“ Ziegelsteinen und Tuff gebaut. Die ellipsenförmige Arena, ist 156 Meter breit und 188 Meter lang mit einem Umfang von 527 Metern. Für die 50'000 Zuschauer gab es 80 Eingänge rund um die Arena, über die alle Sitzplätze auf direktem Weg erreicht werden können. So konnte die Arena in 15 Minuten gefüllt und in nur fünf Minuten geräumt werden. Dieses raffinierte Zugangssystem ist auch für heutige Stadien noch wegweisend.
 
Die letzten Gladiatoren-Kämpfe fanden um 434 n. Chr. statt. Ab dem 6. Jahrhundert wurden die Arkaden des Riesentheaters zum Teil bewohnt und im Mittelalter als Steinbruch für Wohnbauten genutzt. Von der viergeschossigen Fassade ist heute nur noch die nördliche Hälfte erhalten. (mai)